Die Nachfolge. Stellung zur Kirche.
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damals nicht das Geringste wahrzunehmen.Traurige Erfahrungenmachten in Italien erst Otto II. und III., jener, weil er die vonseinem Vater weislich eingehaltenen Grenzen überschritt, dieser, weiler, die Heimat verachtend, sich völlig den Welschen hingab. InDeutschland selbst wurde Ottos Ansehen durch die kaiserliche Würdenur gesteigert, und. eben deshalb blieb trotz seiner wiederholtenlängeren Abwesenheit die Ruhe im Reiche ungestört. Die von ihmenterbten Söhne des Grafen Reginar warteten seinen Tod ab, umvon neuem loszubrechen, desgleichen der Dänenkönig Harald.
Für die Befestigung der Nachfolge in seinem Hause war es vondem größten Werthe, daß er, gleich den ersten drei Karolingern, schonbei seinen Lebzeiten seinen Sohn nicht nur zum Könige, sondern auchzum Mitkaiser machen konnte. 2 ) Keinem seiner Nachfolger auf demdeutschen Throne ist das Gleiche gelungen. Bilden die beiden Ver-mählungen Ottos mit fremden Königstöchtern schon eine Steigerunggegenüber den Verbindungen seines Vaters mit vornehmen Frauensächsischen Stammes, so wurde durch die Verbindung des jungenKaisers Otto mit der Griechin Theophano das Königshaus noch umeine weitere Stufe über alle andern Häupter des Volkes empor-gehoben. 3)
Die Schirmherrlichkeit über die römische Kirche dehnte Otto wei-ter aus als seine fränkischen Vorgänger, indem er sich mit seinenBischöfen zum Richter über den päpstlichen Stuhl aufwarf und derrömischen Geistlichkeit ihr freies Wahlrecht beschränktes) Heinrich III.und Sigismund sind um ähnlicher Verdienste willen hochgepriesenmorden, und, wenigstens in so weit das Verfahren des Kaisers den un-würdigen Octavian betraf, nahm keiner der gleichzeitigen deutschenoder italienischen Bischöfe irgend welchen Anstoß daran: weder Brunonoch Adaldag, noch Udalrich von Augsburg, noch irgend einer deranderen ehrenfesten und gesinnungstreuen Männer, an denen diedeutsche Kirche jener Tage wahrlich nicht arm war, erhob Ein-spruch gegen Ottos Handlungsweise, denn nur wenig erst hatte dasGift Pseudoisidors sich in die Kirche eingefressen. Die römischeGeistlichkeit aber unter dem herrschenden Einflüsse des Adels übte bis
Bon Heinrichs II. drittem Zuge nach Italien heißt es in den ^.nn.KusälillburA. 1021 ausdrücklich: iägnv rsZni optiinrckidus inüinntsr
posesntidns.
2 ) Ueber die vergeblichen Bemühungen Friedrichs I., daS Gleiche zu erreichen,s. Töche Kaiser Heinrich VI. S. 7—1>. 41.
Gerbert (Opp. sei. Oüsris p. 298) schreibt daher an Otto III: surnmoOrneeornin sauguius ortns (Irnseos imzisrio snpsrno, Lonisnis Irors-ckitario iuro impsrss. Ans die Abstammung von Theophano that sich nochAdalbert von Bremen viel zu gute, s. ^ckarn. Ksst. III o. 31.
Es bleibt zweifelhaft, in wie weit Otto ein Wahlrecht der Römer bestehenließ (vgl. oben S. 365 A. 3); nach Lorenz (Papstwahl n. Kaiserth. S. 67)nahm er nur die lanclntio, d. h. die Zustimmung nach erfolgter Wahl, für sichin Anspruch; die Nachrichten über die Einsetzung der einzelnen Päpste unterden Ottonen sind aber nicht genau und vollständig genug, um ein sicheresUrtheil zu gestatten.