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Otto der Große.
Häusern älterer wie neuerer Zeit hat der Schwerpunkt des Reichesdoch vorzugsweise in einer bestimmten Landschaft beruht: Otto ver-leugnete niemals den sächsischen Ursprung, wie auch ihn die Sachsenvor allem als den Ihrigen ansahen und liebten. Die sächsischenKlöster Korvei und Gandersheim, denen sich später Quedlinburg an-schließt, haben am meisten für die Verewigung seiner Thaten geleistet,die zumal bei Widukind den glänzendsten Abschluß aller früherenGroßthaten seines Stammes bilden.
Schon von Zeitgenossen wird Otto I., der erste und der größteder Ottonen,H der Große genannt, der einzige unter allen deutschenKönigen des Mittelalters, dem dieser Beiname zu Theil geworden,und das Urtheil der Mitlebenden ist von der Nachwelt bestätigtworden. Man verglich ihn mit Karl dem Großen als dessen würdig-sten Nachfolger, 2) und einigermaßen erinnert er auch an ihn. Erselbst suchte diese Erinnerung hervor, indem er sich in Achen feierlichkrönen ließ, und diesem Orte, als dem vorzüglichsten Sitze des Reichesdiesseit der Alpen, besondere Ehrerbietung zollte. Gleich den Karolingerngieng er wieder als Schutzherr der römischen Kirche über die Alpenund erneuerte die Abhängigkeit des alten Langobardenreiches. Gleichihnen stellte er sich den stolzen Herrschern von Byzanz ebenbürtig andie Seite, verschwägerte sich mit ihnen und zwang sie endlich, ihnals ihres Gleichen anznerkennen. Völlig im Geiste des großen Karlaber zog er gegen die Heiden des Ostens und Nordens, ein bewaff-neter Apostel des Herrn. Viel weiter als jener unterwarf er dieSlaven — über Polen und Rußland erweiterte sich unter ihm derGesichtskreis unseres Volkes —, besser wußte er die Dänen an derKette zu halten, und sein ruhmvollster Sieg über die Ungern war
>) Odilo Dpit. Xdulbeidas o. 5: primi st mnximi Ottonis; Hiistmnr.VIII e. 6, llrunon. Vits, Xdnlbsrti o. -I, Irnnsl. 8. Oelsi s. 2 <88. VIII.205). Ueber den Beinamen lVInZnus vgl. oben S. 263 A. 2, Waitz Vcrf.-Gesch.VI, 113. In einer Urk. Ottos III. vom 22. Oct. 985: dono Serenissiminvi nostri Ottonis nmgni iwpsrntoris, vom 15. Sept. 996: nvus nostermnAni nominis Otto, ähnlich Heinrich II. in mehreren Urkunden.
2 ) Ibistmnri Obron. II e. 28: post Onrolum ltlnAnum regalem ontbe-drnm numc^unm tantus patriae rsotor atgus dskousor possedit, ebenso inden vorangestellten Versen: Xon luerat tantus Oaroli de morts patronus;Olironio. Uiauresbam. (88. XXI, 388): llsliguit autom lisredsm regniOttonem primum, c>ui nniii post Xarolum iVIagnum seoundus viotrioibussswpsr armis regni sul tsrminos dilatavit, unde «Mgnomen nt vooareturUagnus promsruit. (Auch Äonrad II. wurde später mit Karl dem Gr. ver-glichen, s. Wipo Vita Obuonradi o. 3. 6); liatberii l^ualitatis oonieeturao. iv (opp. p. 396): Hni (so. Otto) oum pras omnibus, «pni psr boo tre-esntorum annorum ourrionlnm llomanum guboruaverunt . . Imperiumnobilitats potsntia strenuitats industria virtuts prudsntia sapisntiabsnignitats oonstantia kortitudins olemsntia aeguitats opulsntia largitateoeteracius eommodorum ad boo omnium singulariter atlluat oopia psr-agendum sto.; Vita lobannis Oorr. 0 . 43: Otto oesar omnium rstro prae-oonia superans et universo orbi nou minus glorias ezuam truetui natus:VVillelmi Nnimssbur. Oesta reg. Xnglor. I 0 . 68 (88. X, 453): Oto maxi-mus nibil probitatis dobsns omnibus ante se imperatoribus, ita virtutset gratia mirabilis. Ueber Achen s. oben S. 402 A. 2, 488 A. 2.