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Kaiser Otto der Große
Entstehung
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515
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Ottos Geistesbildung. 515

Unterhaltung, und bisweilen tummelte er mit königlicher Wucht seinRoß im Kampfspielc.r)

Die niedersüchsische Mundart, die den Oberdeutschen als einehalb fremdartige erschien, war Ottos Muttersprache und die einzige,die er geläufig redete, denn nur selten ließ er sich herbei, fran-zösisch oder slavisch zu sprechen, obgleich er cs vermochte.Gelegent-lich wird ihm jedoch der romanische Morgengruß llon man in denMund gelegt. Die lateinische Sprache blieb ihm fremd, da er, alsKrieger in rauher Zeit ausgewachsen, keine gelehrte Bildung erhaltenhatte. Verhandlungen oder Schriftstücke in lateinischer Zunge mußtenihm daher verdolmetscht werden. Aber wir wüßten auch nicht vonirgend welcher näheren Beziehung zur deutschen Literatur, außer daßauf seine Aussöhnung mit Heinrich ein Geistlicher am Hofe ein halbdeutsches, halb lateinisches Lied dichtete und vielleicht überreichte.Doch besaß er eine rasche Fassungsgabe, und es fehlte ihm nicht anSinn für höhere Geistesbildung, denn ebenso wie seine Mutter erstals Witwe lesen und schreiben gelernt hatte, so lernte auch er dieBuchstaben in reiferen Jahren nach dem Tode Edgithas, so daß erBücher zusammenhängend lesen und verstehen konnte, eine Kunst,die damals unter dem deutschen Adel noch etwas verbreiteter gewesensein soll, als im folgenden Jahrhundert. 6) Seinen Sohn Otto,

Wickull. II o. 36: equitntus grntinm regln grnvitnts interckumexereens, vgl. I o. 39 Uber Heinrich: in exsreitüs guogus iucli tnntn sini-nsntin supsrndnt omnes, nt terrorem enstsris ostsntnrst. Von Kampf-spielen zn Rosse kann nur die Rede sein, vgl. Waitz Verf.-Gesch. V, 401 A. I.

-) l-iuilprnncl. Hist. Ott. e. 11: grün Lomnni eins loguslnm pro-prium, doe sst 8nxonienm, intsllsgers neguidnnt; Xrnolelus I)s 8. Xm-msrnmmo I o. 7: imperntor ors iueuncko snxonixnns ckioit (in Regensbnrg).

") Wickuli. II e. 36: l^rneteren llomnun lingun 8elnvnniengus loguiseid 8scl rnrum sst, guo snrum uti ckignstur. Nach der Meinung desHerausgebers spricht Widukind hier von dem Französischen, das er zwar früher(II o. I7> Onllien lingun nennt, weil es sicher ist, daß Otto kein Latein ver-stand. 'Zn Ingelheim ließ er sich 948 ein lateinisches Schriftstück iuxtn Vdso-tisenm lingunm verdolmetschen (Vlockonrcki Ilist. Lem. IV e. 35, Xnn. 948.vgl. Gfrörer Kirchengcsch. III, 12>4, der dies als principiclle Bevorzugung derdeutschen Sprache deutet!), für die Römer diente ihm 963 Liudprand als Dol-metscher (Ilist. Ott. a. 11); einen Brief der St. Galler übersetzte Otto II.sickns iuterprss 8nxonies reponsns (88. II, 139), vgl. Wattcnbachs Ge-schichtsqncllen I, 232, Rnckert Gesch. der neuhochd. Schriftsprache I, 101.

Ilddelinrcki ensus 8. Onlli (88. II, 140): Vnncksm ills tsrribilisegrsssus auin Ottonem ckuesm eum eis oti'snclisset »ssistentem, nrricksnsei düu mnn lindere romnnises clixit.

^) Wielud. II e. 36: Ingenium ei nclmoclum mirnnclum; nnm postmortem Deiickis rsginns, eum nuten neseisrit, littsrns in tnutum ckickieit,nt pioniter lidros legere et intelligere noverit; Vitn IVlnIitdililis reg. post,e. 15: ?ost oditum Xelitli illustris rsginne . . snerns leetiones stuäiosslegednt; über Mahthilde Wicluk. III o. 75: nnm st ipsn littsrns novit,quns post mortem regis lueiels sntis cliclieit; Vitn .^Inktdilck. nnt. e. 11.lieber Gerbcrga vgl. oben S. 16 A. 4.

°) Siche die von Wattenbach (Geschichtsquellen I, 237 A. 4) angeführtenZeugnisse, doch konnte der Graf lldalrich von Ebersberg leicht gebildeter sein,als seine Standcsgcnosscn, da er wegen seiner Misgestalt zuerst im KlosterSt. Gallen erzogen wurde (88. XX, 12). Aus der Synode zn Troslv im

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