Druckschrift 
Kaiser Otto der Große
Entstehung
Seite
504
Einzelbild herunterladen
 

504

Das Bisthum Posen. Verhältnisse Bulgariens.

dessen Entstehung jedenfalls noch unter Otto den Großen zu setzenist und vielleicht von Miseco unter Mitwirkung des Kaisers ausgieng.Mit dem Sitze in Posen, der damaligen Hauptstadt, sollte es unterder Metropole Magdeburg stehen und wurde zuerst von einem BischöfeJordan bekleidet. H Dieser ward in seinen Bemühungen zur Ver-breitung der christlichen Lehren eifrig von dem kürzlich getauftenHerzoge und seiner Gattin Dubrava gefördert. Zu den heidnischenSitten, an deren Ausrottung sie arbeiteten, gehörte auch die Gewohn-heit, daß dem verstorbenen Manne die Frau im Tode Nachfolgenmußte und enthauptet mit ihm auf einem Scheiterhaufen verbranntwurde, ein Beweis ehelicher Treue, der auch bei andern slavischenVölkern vorkommt. Durch die Bekehrung Polens wurde der An-schluß desselben an das Reich jedenfalls befördert und befestigt undnicht minder die Verbreitung des Christenthums in den Landenzwischen Elbe und Oder.

Eine besonders stattliche Gesandschaft traf in Quedlinburg ausdem Südosten ein, nämlich zwölf ungrische und zwei bulgarische Große?)Jene brachten ohne Zweifel friedliche Versicherungen von ihrem Her-zoge Geisa und suchten einen freundschaftlichen Verkehr beider Reicheeinzuleiten, wie er durch die Sendung des Bischofs Bruno von Verdenentweder vorher schon angebahnt war oder demnächst fortgesetzt wurde.Mit der bulgarischen Gesandtschaft stand vielleicht die griechische undrussische in einigem Zusammenhänge, die ebenfalls bei dieser Gelegen-heit erwähnt wird, 4) denn dem tapfcrn Kaiser Johannes Tzimisceswar es gelungen, den Bulgarenkhan Borises zur Unterwerfung zubringen und die Russen unter Swiütoslav, die zuerst als Freunde derGriechen gekommen, dann auf eigene Faust erobert hatten, vorzüglichdurch die Ueberlegenheit in der Reiterei, glücklich wieder aus demLande zu treiben. So stand seit 971 die griechische Macht südlich

0 Vbiotmsri Obron. II o 14: ^ckäitus est bis oonlrstribns. . lorcksnepiscopus Vosnsniensis primus; IIII o. 35: Iorcks.ii, primus oorum sn-tistes, muitum oum eis sucksvit, ckum eos sck supernss oultum viuessseckulus verbo et opere invitsvit. Vgl. über den Zeitpunkt seiner EinsetzungZeißberg (Archiv für osterreich. Geschichtsgu. XXXVIII, 74 A. 3). der nament-lich auf die von LAumpf (Miklosich Slav. Bibl. II, 30 ij hcransgcgebencn böh-mischen Annalen verweist, s. 908: kolonis oepit bsbere spisoopum.

0 Vbietmsri Obren. VIII o. 2: In tempore pstris sni, eum is isingsntiiis esset, unsguseguo innlisr post viri exeguiss sni igno vremstickeoollsts subseguitur, vgl. Lonit'stii ep. 59 (.IsS'e Ilibi. III, 172): UtIsucksbilis mulier intsr illos (so. IVineckos) esse iuckiostur, guso proprismsnn sibi mortem iutuiit et in uns strue psriter srckest oum viro suo.Adam (II o. 18) bemerkt über die Polen: guis neo bsbitu neo liugus ckisoro-psnt (von den andern Slawen).

ch 2lnn. Iliickssb., iOsmberti 973: legst! . . Ilngsriorum, Lulgs-riorum , genauer die ^.nn. 7l.itsb. : 12 Primates Ungsrorum, Lulgsrio-rum ckuo.

0 ^.nn. Ililckesb., iOsmberti 973: llluogus vonerunt legst! plurimsrumgentium, ick sst . . Orsoorum . . stgus Idusoorum oum msgnis muno-ridus. Uebcr die Beziehungen der Byzantiner zu den Russen vgl. Wilken Ueberdie Verhältnisse der Russen zum Byzantin. Reiche, Berlin 1831 S. 4054.