456
Liudprand in Constantinopel 968.
als aufsässige Unterthanen dem Kaiser uberlassen?) Nochmals beschiednach Ablauf von drei Wochen Nicephorus den leidenden Bischof zusich in sein Lager vor der Stadt, aber nur, um unter Zurückweisungdes dem Könige Otto nicht gebürenden kaiserlichen Titels gleichfallsdie Preisgebnng von Benevent und Capua als Unterpfand derFreundschaft zu verlangen. An dieser gänzlich unerfüllbaren Forderunghielt der Kaiser fest, auch nachdem er am 22. Juli aus seiner Haupt-stadt zum Kriege gegen die Saracenen nach Syrien aufgebrochenwar 2 ) und Liudprand zum letzten Male am 25. vor sich geladenhatte.
Während dieser sich als einen Gefangenen behandelt sah undnur nach Entlassung und Befreiung aus seiner unerträglichen Lageschmachtete, fand ein Bote des vertriebenen Königs Adalbert, Grimizoeine überaus freundliche Aufnahme und wurde (19. Juli) auf einergriechischen Flotte von 28 Schiffen zurückgefiihrt. , Durch ihn hatteAdalbert entbieten lassen, daß er mit 7—8000 Gepanzerten bereitstehe, um vereint mit einem griechischen Heere die Deutschen zu ver-jagen oder zu Boden zu strecken, vor allem aber bedürfe er desGeldes?) Nicephorus übersandte ihm eine Summe, die er aber nurerhalten solle, wofern er sein Versprechen zur Wahrheit mache, in-zwischen sollte Adalbert in Bari als Geisel verbleiben und sein BruderKonrad an seiner Statt in's Feld rücken.^) Während hierin diefeindlichen Gesinnungen des griechischen Kaisers sich unverhüllt iund-gaben, kränkte es den Bischof von Cremona noch tiefer, daß an derHoftafel ein bulgarischer Gesandter von durchaus rohem und un-geschlachtem Aeußeren einen vornehmeren Platz als er erhielt, wenndies gleich auf einem früheren Vertrage mit den Bulgaren beruhte.Nachdem Liudprand endlich am 27. Juli die längst erbetene Erlaub-nis zur Heimkehr erlangt hatte, wurde er dennoch bis zum 2. Octoberin Constantinopel unter mancherlei Widerwärtigkeiten hingehalten.Ein Brief des Papstes, zur Unterstützung von Ottos Absichten ge-schrieben, worin derselbe den Verstoß begangen hatte, Nicephorus
h Mit dieser Forderung stimmt es überein, daß Constantin (Vs osrimou.anlns ö^xant. 1l s. 48 p. 690) neben einander die Fürsten von Sardinien,Venedig, Äapua, Salerno, Neapel, Amalfi und Gaeta als solche nennt, anwelche eine kaiserliche ergeht.
2 ) Bon den Eroberungen, die Nicephorus in diesem Jahre in Syrien machte,handelt Leo Diaconus (üistor. IV e. io).
h VkA. s. 29: Intsrsa Oriinixonsm, ^äsldsrti unntiuin ss ackirs iussit,gusin eum uLvali sno sxereitu rsäirs prassipit (vorher heißt derselbe, e. 6,Läeldsrti inilos) . . 4.6sidsrtN8 ooto inilia lorieatoruna ss Imbsrs diies-plioro mnuclavit, guibusoum, 4.rgivo aärninieulants sxereitu, vos üu^aronnt stsrnsrs ciioit, rogavitgus asrriuinm vsstrum, nt pseuuin ilii naitts-rstnr, qua illos avickius all puAuani instiMiret.
H VeA. c. 30: Li 4.<lelbsrtns ouin ssptsin milidus loriestorum st sosmplius, sieut inanäavit, ss aäisrit, tuns äonativum eia illuä äistriduat,Oonn kratsr saus eum ipso et /Vr^oüeo sxereitu vos impUAUSt, ^.äslvsrtusvero Lnrsis äiliAsntsr eustoUintur, ckonse potitus vietoria Prater recieat.Hielte er nicht Wort, dann solle er samt dem Gelde den Deutschen überliefertwerden.