440 Tod der Königin Mahthilde 14. Bier; 968.
staatsmännisches Wirken galt ganz und gar den innern deutschenVerhältnissen und der Verwaltung der Mainzer Kirche, von Italienhielt er sich völlig fern, und man darf wohl zweifeln, ob er vonseinem streng kirchlichen Standpunkte aus das Vorgehen des Vatersgegen die Päpste Johann XII. und Benedict V. gebilligt haben würde.Jedenfalls aber focht er dasselbe doch auch nicht an.
Diesen beiden Todesfällen hervorragender Männer, von denender erstere hochbejahrt war, der letztere erst im rüstigsten Lebensalterstand, folgte, schon länger erwartet und gefürchtet, am 14. Merz dasHinscheiden der Königin Mahthilde.') An einem iLonnabend beschloßsie ihr Leben, ebenso wie 32 Jahre früher ihr Gemahl Heinrich, unddiesen Wochentag hatte sie stets dadurch gefeiert, daß sie Arme undPilger badete, bewirthete und oft auch mit Kleidung beschenkte?)„Wenn wir zu ihrem Preise etwas zu sagen wünschten, schreibt Widu-kind, so versagt uns die Feder, weil die Tugenden einer solchen Frauunsere Fassungskraft überragen. Denn wer könnte ihre Unermüdlich-keit im Gottesdienste würdig darlegen. Jegliche Nacht erfüllte ihreZelle mit allen Weisen und Arten göttlicher Gesänge. Denn ihreZelle, in der sie nur kürze Zeit ruhte, befand sich neben der Kirche.Jede Nacht trat sie aus dieser sich erhebend in die Kirche, obgleich sieSänger und Sängerinnen in ihrer Zelle, vor der Thüre und aufdem Wege zur Kirche dreifach aufgestellt hatte, welche die GnadeGottes loben und preisen sollten. Innerhalb der Kirche selbst erwartetesie unter Wachen und Gebet die Meßfeier. Wenn sie irgendwo vonKranken in der Nachbarschaft hörte, so besuchte sie dieselben undbrachte ihnen, wessen sie bedurften, den Armen that sie Handreichungen,Gäste, an denen es nie fehlte, nahm sie mit aller Freigebigkeit auf.Sie entließ Niemand ohne ein freundliches Wort, fast Niemand leervon Geschenken oder ohne irgend eine nothwendige Beihilfe. Oftschickte sie Wanderern, die sie aus ihrer Zelle von fern erblickte, Lebens-mittel. Obgleich sie solche guten Werke in großer Demut bei Tageund bei Nacht übte, so legte sie darum doch nichts von ihrer könig-lichen Würde ab, und obgleich sie inmitten der Volksmenge als eineKönigin thronte, so war sie doch überall die Trösterin der Trauernden.
') L.nn. Oorbei. 967 (s. oben S. 438 A. 2); Iveor. lülck. inai., min. 968.ünn. üoliieiis. 968, TInstmar. II o. 12 , Vits, Dlnlitlnläm aut. e. 15. IhrenTodestag geben noch Widukind <111 c. 75), Oipt^elion Trevir. (örorvsr ü.nu.T'rsvir. I, 470), dieerol. Ilerimeims und von Borghorst (Wilnians Kaiserurk.des Provinz Wests. I, 433 Amn. 1 , 504), 1Iilclo8li. O.eibuitii 88. rar. Nruusvie.I, 764), ImneburZ., OusälindurA. (Neue Mitthcil. VIII e, 49), H-rlberstaä.tebd. 63), VVsi88s»durA. (llüntss IV, 310); Gebetbuch der Königin Hemma(AIrrbillon ^.eta sauet. 8nee. V, 351).
2) Vita iVInbtüiläis post. o. 17: lünster ootiäiausm larAitatsm slamo-oinaruw singulari lionore oelebravit oabbatum, vgl. e. 26. Liudprand (^.ntnp.IV o. 14) schreibt noch bei ihren Lebzeiten: llbi (oe. in OuitelinZburg) gr veusra-bilis eins eoniux reMigne evnsors ex eaciem gente. nomine Ulaeütlnlcl,ultra omneo onus viäsrim et auüierim matiouas, pro üelietorum sx-piativns easleore exegniarnm ollltium vivawgns ckeo llostiam oüerrenon üesinit.