434
Untergang Wichmanns 22. September 967.
unterrichtet, wandte sich an den Böhmenherzog Boleslav, dessenSchwester Dobrawa, d. i. die Gute, er im I. 966 geheiratet hatte/)um Beistand, und der sandte ihm zwei Haufen böhmischer Reiter.Als dann im I. 967 Wichmann das feindliche Heer gegen ihn in'sFeld führte, schickte Miesko zuerst sein Fußvolk gegen ihn, welchesden Befehl hatte, nach einiger Zeit zurückzuweichen und so die Gegnersich nachzuziehen, bis diesen die Reiterei in den Rücken fiele. DaWichmann sich von vorn und hinten bedrängt sah, wollte er sein Heilin der Flucht suchen. Seine Gefährten aber machten ihm zum Vor-wurfe, daß, während er selbst auf seinem Rosse leicht entkommenkönne, er sie, die er zur Schlacht verleitet, im Stiche ließe. Sowurde er genöthigt, vom Pferde zu steigen und zu Fuße gleich denAndern den Kampf fortzusetzen. Den ganzen Tag über behaupteteer sich mannhaft, setzte dann die Nacht hindurch in voller Rüstung dieFlucht fort und erreichte so am Morgen von Hunger und Beschwerdenerschöpft eine Scheune. Hier fanden ihn einige Vornehme von denFeinden, erkannten an den Waffen, daß es ein angesehener Mannfei, und erfuhren auf ihre Frage, es wäre Wichmann. Sie fordertenihn auf, die Waffen niederzulegen, und verbürgten ihr Wort, daß sieihn unversehrt zum Herzoge führen und sich bei diesem für ihn ver-wenden wollten, damit er ihn dem Kaiser überließe. Auch in dieserdringenden Noth vergaß Wichmann nicht seines Ranges und Ruhmesund verlangte, mit den Waffen zu ihrem Herzoge Miesko gebracht zuwerden, weil er nur ihm sich ergeben wolle. Auf dem Wege dahinwurde er bald von unzähligem Volke umdrängt, das ihn heftig an-griff. Er wehrte sich trotz seiner Ermüdung und erschlug ihrer nochviele; endlich zu Tode gehetzt übergab er das Schwert dem vornehmstenunter den Feinden mit den Worten: „Empfange dies Schwert undüberbringe es deinem Herrn, damit er es als Siegeszeichen habe undes seinem Freunde dem Kaiser, übersende, auf daß dieser wisse, erkönne entweder einen gefallenen Feind verspotten oder einen Ver-wandten beweinen." Hiemit wandte er sich gen Osten, betete in derMuttersprache zum Herrn und hauchte bald seine trotzige Seele aus.
So endete Wichmann?) dessen kühner Mut eines besseren Looses
an die Wolliner denken, denn die Redarier saßen an ver Peene in Strelitz undStargard. Adam von Bremen <tl e. 18) erwähnt >V11ini ohne nähere Be-zeichnung. Vgl. Zeuß Die Deutschen S. 653.
*) Ebd.: ASnsr snim ipsius srat; lüistmar. IV s. 35: Hie (so. iVlisseo)a Losmia rsAious uodilsm siki uxorsm ssnioris Lolmlavi duxsrat sororsm,<^uas sisut soouit iu aomins, apsruit vsrasitsr iu re. Oodrarra siriinsslavonies üissdatur, czuod tsutonioo ssrmons Lona iutsrprstatur; OosmasLürouiea Losmor. I s. 26: X. 4. ine. 977 odiit Oudrsvea, c^uas . . iammulisr provsstas astatis euni nupsissst kolonisusi 4usi . .; Okronisakolouor. I s. 5 (88. IX, 428): kostrsmo uuam sbrlstiamssimam 4sIlodomia Oubroveam uoinins iu matrlmouium rsquisivit (so. Nssoo).
2) ^Vi4ulriu4. III o. 69: Is üuis gViedmanuo talisgus Omnibus Isrs,ani sontra impsratorsm arma sumpssruut. Den Todestag hat uns dasdlssrol. Dmusburx:. überliefert, das zum 22. Sept. meldet: V4sbmanllus
Lomes st multi alii oeoisi st Iloioo oesisus. Daß dieser Tag in das I. 967fiel, läßt sich aus dem Zeitpunkte der Meldung bei dem Kaiser schließen.