Druckschrift 
Kaiser Otto der Große
Entstehung
Seite
350
Einzelbild herunterladen
 

350

Synode in der Peterskirche 6. November 963.

Die römischen Cardinäle, denen das gesamte Volk beifiel, äußertenihre Verwunderung, wie der Kaiser nur nach einer Sache fragenkönne, die schon den äußersten Enden der Erde bekannt sei,*) denn sooffen und schamlos treibe der Papst seine teuflischen Werke, daß ernicht bloß von innen ein reißender Wolf sei. Darauf Otto:Esscheint uns recht, daß die Anklagen einzeln vorgebracht werden, her-nach laßt uns gemeinsam erwägen, was zu thun sei." Der Cardinal-priester Petrus bezeugte darauf, er habe gescheit, wie Johann Messegelesen, ohne zu communicieren, Johann von Narni und der Cardinal-diakon Johann, er habe ihn im Marstalle und zu Unrechter Zeit einenDiakon weihen sehen. Die übrigen Punkte waren in einer Schriftniedergelegt, welche im Namen der andern der Cardinaldiakon Benediktvorlas?) Sie enthielt zuerst die Anklage, daß der Papst Bischofs-weihen um Geld vornehme und zu Todi sogar einen zehnjährigenKnaben zum Bischof geweiht habe. Ueber Kirchenfrevel brauchten sienichts zu sagen, weil der Augenschein genüge. Hiemit wurde wohlnicht bloß auf die Entführung des Kircheuschatzes hingewiesen, sondernauch auf die gänzliche Verwahrlosung der Peters- und Paulskirche,deren schadhaftes Dach den Regen in Strömen einließ und das Lebender Beter durch lose Balken bedrohte?) Als Beispiele der all-bekannten Unzucht Johanns ch verwiesen die Ankläger auf die Witweseines Dienstmanns Rainer, die er sogar über viele Burgen gesetztund mit Kreuzen und Kelchen aus der Peterskirche beschenkt habe.Auf Stephana ferner, die frühere Geliebte seines Vaters, die kürzlichan der Geburt eines Bastards gestorben sei, und deren SchwesterStephania, auf die Witwe Anna samt ihrer Nichte, die er beide ge-misbraucht habe. Den Lateran habe er zu einem Tummelplätze vonDirnen gemacht und Pilgerinnen geschändet, die an den Gräbern derApostel hätten beten wollen?) Sie erwähnten ferner, daß er öffentlich

Die hier gebrauchte Wendung (Ilist. Ott. o. 10): guoä non Iliverioosuso Iladilonieos uss Inäieos insolas latst ist wohl auf Rechnung Liudprandszu setzen.

2) 0. 11: in pap am aesusationcm, cpiain modo Ilsnsdietus oardinalisäiaeonus IsAit st voviseuin tseit. Diese Schrift mußte also vorbereitet sein,b) Ural, Ott. o. 4: (juanto nos tsrroro tigna aktieiunt sts.ff Usnsäieti Oüron. e. 35: Castus sst tarn luvrisus sui sorporis ettarn auclaess, Quantum »uns in Asntilis populo solsdat tisri . . II rat snimsoZitio eins vanui», äiiiAsbat ooliestio isininarum, odivitss asselssiarum,ainaviiis iuvsnis Isrositantss. Nauta dsnigno lividins sui sorporis oxarsit,Quanta nuus possuinus snarrars; Oivsr poutitie. (IVattörieb p. 46): Istsdsnigus intslix, guod sibi psius, tot» vita sau in adulterio st vanitatsduxit; Osrdsrti ^.eta eoirs. Item. (88. III, 672): Vidimus loiiannsmeotzuoinsnto Octavianum in vointavro lididinum vsrsatum, st!am eontrasum Ottonem, gnem augustum srsavsrat, soniurasss; Olrron. 8aisrnit. o.166: Dum sssst adolssssns at^uo liuiusmodi vitiis dsditus; OeorAÜOedrsni Histor. Oompond. II p. 335: rhr>r io.rromir ^o-'nr tAnrktr ö ron ulöx, Trpöx Tränttv

xr-x-'ar Ilsriwaun. äuA. 955: tanti ordillis . .

ovlitus vauitati st spureitias vitsm susm dsditus duxit.

Liudpraud spricht an zwei Stellen der Ilist. Ott. o. 4 und e. 10, diesich gegenseitig ergänzen, von diesen Ausschweifungen. An jener nennt er das