Entwendung des heil. Epiphanias 22. November 862. 343
der Erzkcmzler, mit der reichen Abtei Noncmtola, die längst seine Be-gehrlichkeit gereizt hatte, auf Lebenszeit beschenkt wurde. ^ Währenddieses längeren Aufenthaltes in Pavia gelang es dem BischöfeOthwin von Hildesheim, durch einen seiner Geistlichen Taugwardomittelst Einbruches in die Kirche die Gebeine des heil. Bischofs Epi-phanius aus ihrem Marmorsarge, in welchem sie unter dem Bodender Kirche eingemauert waren, am 22. November zu erheben und znentführen. Dieser freche Diebstahl, an dem zweitmüchtigsten Schutz-patrone der Stadt Pavia begangen, rief unter der Geistlichkeit all-gemeine Entrüstung hervor, die anfänglich auch der Kaiser theilte,doch blieb der Thüter trotz der Untersuchung unentdeckt, da er seinenRaub schon vorher nach dem befreundeten Reichenau in Sicherheitgebracht, um dann, nachdem der Kaiser Entlassung gewährt, am22. Februar 963 triumphierend an seinem Sitze damit eiuzuziehen?)Ehrenvoller und ersprießlicher für Hildesheim, wo bisher großer
Urk. wird durch dm Psalzgrafcn Otbett im königl. Gericht, an dem die Bischöfevon Modena, Tortona, Breseia, Piacenza, Parma theilnehmcn, geprüft undecht befunden <am 27. September).
1) illuratori Jmt. Ital. Vl, 311 (8t. 317). Otto schenkt auf Bitte Adel-lieids und des Erzb. Adeldag 4VicIoni sancto illutincnsis ecdesie veneraditicpiscopo Uilectoqus nostro tlcidi et arducaucdlario cunctis vitae suascliedus alidatiam uns Dkonantuia üicitur. Schon 947 gierig, wie Lindprand(J.nt. V o. 27> berichtet, Wido von Modena zu Berengar über non iniurlalacsssitus, seil maxima illa avdatia Houautula, quam et tune aclquislvit,»nimatus. Vgl. Lontin. Rsgin. 865.
2) Ehr. Brower (8ickcra illustr. viroruin p. 105) setzte diese Erhebungans den 22. Nov. 862, womit auch Leibniz (^nu. lmp. III, 131) vollkommenübereinstimmt, während Pcrtz (88. IV, 248) sie 2 Jahre später stattfindcn läßt,denn man kann nur zwischen diesen beiden Jahren schwanken, weil 863 Ottogegen Weihnachten in Rom war. Der Verfasser der Vransl., wenn er auch dieGefangennehmung Berengars als Ergebnis des ganzen Zuges in c. l einflicht,denkt doch an einen Aufenthalt in Pavia, der aus die Kaiserkrönung folgt, sein,allerdings ungenauer, Ausdruck (o. 7): OtMvinus, cura situ commlssaepicdis suspectus, quam dienuio t'crc aulico, quamvis iuvitus, scrvitioeietentus rdiquerat, suam qcclesiam revissrs clisponit paßt viel eher aufeine Abwesenheit von anderthalb als von 3^ Jahren. Auch würde ja Othwineine besondere imperiaiis licentia gar nicht gebraucht haben, wenn er erst mitdem Kaiser 965 heimgekehrt wäre. Sein Name wird nach 962 in Italien nichtmehr genannt. Endlich fällt 863 der 22. Februar (Petri Kettenfeier) aus einenSonntag, den man gewis am liebsten für die Uebertragung wählte.
^) Vranst. 8. Rpipli. c. 7: Vacta autem äs Iioc Posten luqulsltione,imperatore gravitcr contra lroc cowinoto, unanlmiler clcro cum populoconclamante, sudlatum urbis provisorem . . omnium cpiscoporum derleiiubentur examinarl.
9 Ebd. c. 6: ^.UAMM iusulam . . addati, qui tune monnsterlo prae-sickeUat, servanckum praemisit, vgl. c. 7. Da Otto am 23. Januar 865Reichenau besuchte, Othwin einige Tage (aliquot ckictzus) vor dem 22. Febr.,so würde er nach Pertz Annahme sogar später als jener den Rückweg an-getreten haben.
ö) Ebd. c. 8: (juis ibi prao K'auckio a lacrimis temperaret, cum äccusItaliac nostras etlülsit patriae, cum novum siüus iltuxit nostratldus. Auchdas S. Michaelskloster in Lüneburg (Wedekind Noten III, I!5) rühmte sichdracüinm s. Rpiplranü episcopi et contessorls zn besitzen. Die Uebertragungerwähnt noch ^nnatista 8axo 984 (88. VI, 633).