Italienische Verhältnisse seit Liudolfs Tode.
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In Sachsen, im Herbste etwa, ergiengen an den König dringendeAufforderungen zu einem Unternehmen gegen Italien, die unfernBlick auf die Zustände dieses Landes zurücklenken. Nur einzelneStreiflichter aber fallen auf die Ereignisse dieser Jahre, die zu einerklaren Anschauung viel zu wünschen übrig lassen. Von den Er-oberungen Liudolfs, wie weit sie immer sich erstreckt haben mögen,blieb für Deutschland nichts erhalten, das seine Herrschaft in dieserRichtung nur über Aglei und höchstens noch über Friaul aus-dehnte. Hinter ihm stürzte sogleich das Gebäude seiner Macht zu-sammen, wie schon aus dem Umstande hervorgeht, daß bereits am13. Januar 958 Berengar und Adalbert zu Verona dem KlosterLeno im Sprengel von Brescia seine Rechte und Besitzungen ver-brieften. Auf die Mittel, die dafür in Bewegung gesetzt wurden,läßt vielleicht ein Freiheitsbrief für Genua schließen vom 18. Juli958, der früheste, den das Städtewesen im Mittelalter überhaupt auf-zuweisen hat. Die Könige bestätigten darin allen ihren Getreuenund Einwohnern ihr käuflich erworbenes oder ererbtes Gut, ihreEigen- oder Pachtgüter, sowohl innerhalb wie außerhalb der Stadt,mit dem dazu gehörigen Wald-, Weide-, Fischerei- und Mühlenrecht,und nahmen sie mit ihren Grundstücken und Häusern in Schutz gegenungesetzliche Bedrückungen und Belästigungen der königlichen Beamten.Der Gemeinde der Freien wurde demnach das ungestörte Eigenthums-recht durch diesen Schutzbrief verbürgt.
Ungünstig blieb ohne Zweifel das Verhältnis Berengars zu denlombardischen Bischöfen, die sich früher an Liudolf angeschlossenhatten. Den Erzbischof Walpert von Mailand versuchte er, aufAntrieb der Willa, durch Manasse von Arles von seinem Sitze zu
(p. 138) angenommen wird, 981, sondern 983, nach dem Xserol. t?nlä. mgi.und den Xnu. Lorbei. 983: IBlemarus inonaebns obiit katkarbrnnsnsisepiseopns. lieber Dndo s. Xeerol. LlosIIenbeeb. (Wigand Archiv für Gesch.Westphal. V, 362): VII Xal. Ini. Ob. Onäo episeopns.
0 Für die Zugehörigkeit Agleis spricht eine Nachricht der HersfelderAnnalen z. I. 959 (Nun. VVsisssnbnrA., Xltab.): Idrtriareba äs Xgnileiaveuit in Ilerislslt, für Friaul eine Bestätigung der Immunität nnd derzwischen dem Tagliamento, der Ungernstraße, der Livenza nnd der See gelegenenBesitzungen, die der Abt Adalbert von Sesto am 13. Juli 960 sich ertheilenließ «Loekiner /Iota irnp. I, 4). Sesto liegt im Friaul nördlich von Porto-gruaro. In einer Mailänder Urk. vom «sept. 957 wird gar kein König genanntund nur nach den Jahren des Abtes Aupald (reZiininis sni XIII) gerechnet(Lion. bist. patr. XIll, 1072).
'1 Llon. bist. patr. XIII, 1073 : intsrvsotn ae pstitions Xttonis ssnlüveraräi eoinitum nostrorningns belob nin, mit dem I. 957, g. r. 8, inet. 1(— 958), Return Vsrone.
") Llonnin. bist, patriae, Obartar. II, 44 (I!. 1438): interventu aoPetition«; Usbonis nostri «blseti bclsbs und zwar eorroboramns oinnibnsnostris bbebbus et babitgtoribns in civitate lanusnsi eunetas res et pro-prietatss illornm seu bbsllarias et preearias st sinnig, qus sseunbuineonsustnäinenr ilioruin tenent abgno titnlo vel moäulo seriptionis aogui-sierint u. s. w., worauf dann noch die Oonsnstncbnes Nachfolgen, letztere nurin dem Inder inris roipubl. Osnuensis I, 1 — 4, vgl. Pawinski Zur Ent-stehungsgesch. des Consulats S. 21.