Otto in Frankfurt 960, Russische Mission. ZU
man das Gebiet der Slaven aus einem bloß zinspflichtigeu in eineunterworfene Provinz umzuwandeln bemüht war.
Gegen Ende des Jahres 959 begab sich Otto zur Weihnachts-feier nach Frankfurt. ^) Hier beschäftigte ihn neben andern An-gelegenheiten, wie der Vergebung des Klosters Hersfeld, dessen AbtHagano schwer erkrankt war/) ein Antrag ungewöhnlicher Art. Indem vorhergehenden Sommer nämlich war eine Gesandtschaft derrussischen Großfürstin Olga, der Witwe Igors (gest. 945), eingetroffen,die, nachdem sie im I. 957 auf einer Reise nach Constantinopel dieTaufe und in derselben nach der Gemahlin Constantins den NamenHelena empfangen hatte/) jetzt den deutschen König ersuchte, ihr zurBekehrung ihres Volkes einen Bischof und Priester zu übersenden/)Die Beweggründe, aus denen sie sich gerade hieher wandte, bleibenuns unklar, doch nehmen wir ja ein ähnliches Schwanken zwischenverschiedenen Heerden des Christenthums auch bei andern neubekehrtenVölkern, wie z. B. den Bulgaren, Mährern, Ungern, wahr, die mitpolitischen Nebengedanken zusammenhängen, mögen.
Otto beschloß auf diese Wünsche einzugehen, und bestimmte einenMönch des Klosters St. Alban zu Mainz, Libutius, zum Glaubens-boten für Rußland, der zu diesem Behufs von dem Erzbischöfe Adal-dag von Bremen die Bischofsweihe empfieng/) Ein frühzeitiger Tod,der ihn bereits am 15. Februar 961 wahrend der langwierigen Vor-bereitungen zu diesem großen Unternehmen ereilte/) hinderte ihnjedoch an der Erfüllung seiner Aufgabe.
9 Oontin. Regia. 960: rsx natalsm äomini Rransonolurt eslsbravit.
2) Oontin. Regln. 959: Roüsm anno Hagano, IlsrsstsIclensis addas,paral^si psreutitur; 960: Ountlrsrns rogatn Laganonis addas eonstitnitnr;^nn. Lügest,., Ramvorti 959. Hagano starb nach dem Xsorol. Rnlcl. mal.am 21. December 960.
2) L>. den Bericht Constantins (Os esrimon. aulas Rasant. II o. 15p. 594 ecl. Reisüss über den Besuch rstx «p^ovrina^x ferner
Osorgii Oecireni Listoriar. eompsnü. II p. 529 sei. Rslüeer und dazu KrugByzaut. Chronologie S. 267—282, Willen lieber die Verhältnisse der Russenzum byzantin. Reiche S. 32—37.
*9 Oontin. Regio. 959: Oegati Helenas, retinae Rugornm, c^uas sut>Romano Imperators . . Oonstantinopoli daptmata sst, tlets, nt post elarnit,acl rsgem venientss, spiseopum et presv^teros eiclem gsnti orciinaripstsdant; ^Inn. Ililüssdeim. ((^necüind., Ramvsrti) 960: Vsnsrnnt lsgatiRnseias gentis aä regem Ottonem, et äsprseati sunt sum, nt alicprsmsnornm vpiseopornm transmittsret, <zni eis ostencisret viam vsritatis; stprolessi sunt ss veüs rseecters a paganleo ritu, st aceipsre rsligionsmollristianitatis. Der Name des Kaisers Romanus II. an elfterer Stelle istdeshalb nicht gerade falsch, weil er bereits Constantins Mitregent war.
Oontin. Regln. 960: L vensradili episeopo ^claiclago gsnti Rn-goruin spisoopns orclinatur -Vgl. Lappenbcrg in Pertz Archiv IX, 437) ;Ämnaiista 8axo 959: <^nos üls ksnigns suseipisns et mnltnm gavisuseonssnsit cispreeationi eornm orclinavitgns acl dos vensratnism st catlro-lieum virum Oivntium.
") Oontin. Rsgin. 961: priori anno ^uitmsciam üilationidus al> itinsrssns>,snsus. Wahrscheinlich doch derselbe ist in dem Reerol. 8. Naximini<Lontt,eim Rroäromus II, 969) gemeint, wo es unter II1I Ri. Rsdr. heißtOidneius Rrnno spiseopi.