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Italienische Verhältnisse unter Berengar.
worden. ff Der neue, niehr weltlich als geistlich gesinnte Kirchenhirtstand zunächst wenigstens mit dem Könige auf gutem Fuße, von demer sich freilich später, vielleicht in Folge von Liudolfs Zuge, gänzlichubwenden sollte. Wenig ist über das Verhalten der andern Bischöfein diesem entscheidenden Augenblicke festzustellen: weil sie durch ihreAnwesenheit in Augsburg die Unterwerfung Berengars unter Ottogleichsam mit verbürgt hatten, so hätten sie aus dem Bruche diesesVertrages sich wohl zum Abfalle von ihm berechtigt glauben können.In der Thal scheint Berengar ihnen wenig getraut zu haben, da er,wahrscheinlich bei der Kunde von Liudolfs Annäherung, nicht zufriedenmit ihren Versprechungen, von ihnen zur Sicherung ihrer Treue dieStellung von Geiseln verlangtes) Der hochgeachtete Atto von Ver-celli (Bischof seit 924) holte darüber das Gutachten seiner geistlichenAmtsbrüder ein, indem er selbst diese Forderung als eine unwürdigeund unnöthige zurückmies. Wenn die alte eidliche Treuverpflichtungnicht mehr genügen solle, so müßten, meinte er, entweder die Fürstenschlechter oder die Bischöfe gottloser geworden sein. Denn entweder,so fuhr er fort, glauben jene durch ihr Wüten sich so verhaßt, daßsie auf die Liebe des Volkes sich nicht mehr verlassen können, 2 ) oderwir werden als so treulos beargwöhnt, daß unser Wort gar kein Zu-trauen mehr verdient, oder beides ist zugleich der Fall. Offenbarwar der ehrwürdige Atto der Meinung, daß beide Theile vieles zuwünschen übrig ließen, wenigstens enthalten seine Schriften Klagengenug über den weltlichen Sinn der italienischen Geistlichkeit.
Unbekannt ist es, um welche Zeit Berengar über die bisherigenGrenzen seines Reiches hinausgreifend die burgundische GrafschaftAosta an sich brachte und seinem Sohne Adalbert übertrug. Dieserbemächtigte sich auch eines Theiles der sehr einträglichen Zölle, welchedort Von allen durch das Ursusthor kommenden Maaren erhoben zuwerden pflegten, nämlich des Zolles von Pferden, und gab dadurchbem Bischöfe Giso von Aosta Veranlassung zur Abwehr solcher
ff Lrnulii Llosta arodiopp. Nscliol. I o. 5: Intor dos liuotus natadstoauto IValportus, oontralrons sua Intori quasi undrrs eonsilii, usguo aäoorrt utrisqus sponto vel invito oocisntibus seäoin tonerot ipso solus; I,an-cinlti Ilist. Lloäiol. II o, 16: vir inäolis bonae, iuvonis tarnen ot nt tom-pus Iiabedat rnilitnris, sntis attonto oonsoilio ot suoruin inilitum nrmisInsistens rogi äeservisdat.
ff Attos Schreiben an seine Amtsbriider fTttonis opp. eä. Ilurontiusp. 307): Xovit onritns vostrn, quia nostri prineipos et äornini gloriosissimi«eil. reges äurn Irostilem so äieunt suspieari impetum, nostra, seil, epi-seoporuin, eontra Irrreo quaerunt sulkragia. nee nostris eontenti polli-ertationibus nee äo liclslitate iurameuto eontisi, obsicles insuper a nodispro oo neeipere, nt uupor auckistis, ornnino Invornnt, leider ohne jede Zeit-angabe. Unter den Königen versteht man Berengar nnd Adalbert, der feindlicheEinsall kann auf Liudolf 056. kann aber auch aus Otto 061 gehen, wie DönnigeschS. 78 A. 3) früher annahm. Geiselstcllung von Seiten der Bischöfe erfolgte-u. a. auch 939 in Lothringen.
ff A. a. O. P. 309: aut illi sua saovitia scleo exosi vickontur, ut ack.popularern iaar non possint roäiro aworem, Worte, die sehr gut auf B.fassen. Vgl. oben S. wo A. 1. 4.