Liudolfs Zug nach Italien 956.
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zubrachte, zum Theil in Gesellschaft seines Bruders Brun. Z Indiese Zeit fällt der Anfang eines neuen italienischen Zuges, der,längst erfordert durch Berengars völlige Nichtachtung der in Augs-burg übernommenen Verpflichtungen, wegen der anderweitigenkriegerischen Ereignisse der letzten vier Jahre doch erst jetzt zur Aus-führung gelangen konnte. Nicht der König selbst aber, sondern seinSohn Liudolf gieng im Spätherbste über die Alpen, nicht eigen-mächtig wie ehedem oder in feindlicher Absicht, vielmehr im Ein-vernehmen mit dem Vater, den Brun als Vermittler dafür gewonnenhatte, dem Sohne den ehrenvollen Auftrag zur Eroberung Italienszu geben. 3) Auch deshalb war ihm derselbe erwünscht, weil er da-durch Gelegenheit erhielt, manche seiner früheren Genossen, denen erseine Zusage nicht hatte erfüllen können, aus dem zu hoffenden Er-werbe dieses Krieges zu entschädigen und zu versorgen?) Schwerlichwürde ihm diese Genugthnuug zu Theil geworden sein, wenn nichtsein feindlicher Oheim Heinrich damals bereits verschieden war.
Von den italienischen Verhältnissen nach der Herstellung Beren-gars ist uns sehr wenig bekannt. Der fünfjährige Streit um denBesitz des Erzbisthums Mailand zwischen Mannsse und Adelmann,der die Kirche des h. Ambrosius schwer geschädigt hatte, erlangtedadurch endlich im I. 9ö3 seinen Abschluß, daß an beider -Stelleder Erzbischof Walpert trat, nachdem sie zum Verzichte bewogen
S. die Urk. aus Magdeburg vom 13., aus Quedlinburg vom 2l. August,aus Memlcben vom 12.. aus Dornburg vom 28 December 956 (8t 215—249.236). Letztere mit dem I. 916 (!) statt 956, gehört nach u. r. 21 besser hieher. Sieist ciileeti t'i'uti'is nostri Ijrnuouis aiollisjiiseopi ngeessarin suAZestions fürB. Hartbert von Chur ausgestellt und entschädigt ihn durch den KönigshofZizcrs fiir die saraccnischen Verwüstungen
2) Den einügen Anhalt für die Zeitbestimmung gibt Widukind (III o. 57),indem er von Liudolf schreibt: c>uo u^ente nunnm t'ero totum, daraus Thict-mar (II a. 6): ibic>ns cum unuin terms »nimm esset. Wir haben dieSJahr also von seinem Tode an rückwärts zu zählen.
2) linotASr. e. 36: ÜAetnm est in drevi instiuetn liuins eonsiliarii,nt tilio suo, czni psrisrat et invsntns est, impsrntor totnm Italiam äels-ßaret. st czuocl mains Init, pnteruam tirmissims pietatem impenclerst.Hicmit stimmen die Andeutungen Hrotsviths überein, wonach Liudolf über dieAlpen zog (v. 1141): guo rexalem pntris lüue aneeret üonorsm, daher istes wohl nicht wörtlich zu nehmen, wenn sie (v. 1169) diesen Aufenthalt alsexiiii panelns nimium Arnvs cluri bezeichnet.
i) lVicluk. III o. 51: Innclnllus nutem, impsrntoris tilins, onm lilieinvnit servare nmieis, patria eessit, Itaiinmgns enm eis ncliit. Jene Freundesind die o. 15 und 18 erwähnten Helfer, die sich ihm eidlich und zwar nache. 19 und 24 ohne Zweifel gegen Versprechungen verpflichtet hatten. DaßLindolf im Aufträge des Vaters gieng, beweist namentlich außer Ruotgcr derÖonti». liej-i». 956: I'ioclem anno l.iutolk'ns in Italiam acl cieprimeuäamIlerenAnrii t/ranniclem cliri^itur, ans einem Misvcrständnisse Widukiudsscheinen daher die Worte Thietmars (Olirou. II e. 6) zu beruhen: Inuclult'ns. . maiorum ä6>>rnvatus eensiiio rnrsum resistit pati-ingne eeäsns Italiamperrexit. Noch weniger Werth hat das Zeugnis Ekkeharts ?8. II, 113), derFrüheres und Späteres durch einander wirft: lnutollns per 8usvos soeumtnno sontisntes Itniinm petens loeum sauet! Oalli . . näiit. Vgl. obenS 221 A. 1.