284 Tod Hugos von Francicn. Lothar gegen Ncginar.
gehalten hatte. Erst im vorhergehenden Jahre war er mit demjungen Könige gegen Poitiers gezogen und hatte über Wilhelm vonAquitanien den Sieg davongetragen. Als Erben hinterließ er außerzwei Töchtern, von denen die eine (Beatrix) sich mit dem lothringischenGrafen Friedrich, die andre (Emma) sich später (960) mit dem jungenRormannenherzoge Richard vermählte, drei Söhne, Hugo, Otto undHeinrich, die beiden letzteren ohne Zweifel nach dem mütterlichenOheim und Großvater, den deutschen Königen, benannt?) Wie früherder Tod Heriberts, so durfte auch jetzt der Hugos als vortheilhaft fürdas Königthum erscheinen, denn seine Macht theilte sich, die Söhnetraten mit geringerem Nachdrucke auf, weil Zwistigkeiten bisweilenihre Einheit störten, und nothwendig gab dies dem Könige ein größeresUebcrgewicht.
Der junge König Lothar, der eben jetzt großjährig geworden,vollbrachte seine erste Waffenthat, indem er eine Feste des GrafenReginar vom Hennegau am Flusse Chicrs, die dieser seinerseits einemBassallen der Reimser Kirche entrissen hatte, eroberte ^) und zerstörteund ihre Insassen gefangen fortführte. Seine Mutter Gerberga trafmit ihrem Bruder Bruno bald darauf zusammen, dieser legte dieFehde mit Reginar dadurch bei, daß ihm seine in Gefangenschaft ge-rochenen Mannen und Kinder zurückgegeben wurden, wofür er seiner-seits der Königin die Güter zurückstellte, die sie von ihrem ersten Ge-mähte Giselbert zur Mitgift einst empfangen hatte. ^) Das Hauptstückunter diesen bildete Meersen an der Maas, eine Besitzung, die mitihrem Zubehör allein den Umfang von 82 Hufen hatte. Sie wurdenachmals (968) dem Remigiuskloster zu Reims zu Theil als Stiftungfür das Seelenheil des Herzogs Giselbert, da Gerberga dem heil. Re-migius, in dessen Kirche sie dereinst auch ruhen wollte, eine ganz be-sondere Verehrung zugewendet hatte.
Im August befand sich Otto nach jenem Besuche der westlichenRcichslande wieder in Sachsen, wo er den ganzen Rest des Jahres
*) lieber die Töchter s. vloäoaräi nun. 951. 951. 960, über die Söhneweiter unten. Als Bastard gehörte dazu auch Bischof Heribert von Auxerre(Ossia spisoopp. Xutissioäor. s. 47, vuru liivl. cts I'Xonns I, 582t.
'0 vlockoarcli nun. 956: munitionsm qunnckum supsr Oimruin üuvium,quam Ilu^snarius eomss Vrsioui suiclam kemsnsis usselosius militi ads-lulsrut, dagegen bei Richer (Ilistoriur. III s. 8>: vppiclum prusciieti lia-Asiierl quoll elisitur hlons-eastruti loci, d. i. Mons oder Bergen im Henne-gau, ein unvereinbarer Widerspruch. Das Zeugnis Richers gewinnt dadurchan Gewicht, daß sein Vater Nodulf selbst durch eine List die Einnahme bewirkthaben soll, dennoch dürfte hier eine Verwechselung vorlicgen, vgl- lisimaun Vsllisüori vitu p, 18.
2) vlociourcti nun. 956: roginus voro posssssiones, quus illi quouctamOisIoverNis ckux elotis uomins cleckorat, rsstituuntur. Am 4. Fcbr. 968schenkte Gerberga für das Seelenheil Giselberts an St. Renn quocläam iurisnvstri puwsclium in uloclo . . vocmduio ülarsuum (Meersenf in somitatuhlasaugo suin omnidus all ipsum prusclium psrtiusntivus, iä sst OIumum(Äliimncu) ot vittam . . Ilsrtram st XuAlsclurum (Angleur) sum uppsu-clitiis suis . . ipsum uutsm nloclum sub omni rsrum intsgritats. . Imdsnsmansos VXXXII (Louqust Ilsousil IX, 666). Vgl. über diese BesitzungenIlislisr. Ilistoriar. I s. 39 und über St Renn oben S. 245 A. 1.