280 Johann von Gorze in Cordova 956.
wußte, mußte die Theiluahme der Glaubensgenossen im ganzen Abend-lande erwecken. Wir ersehen dies u. a. daraus, daß um diese Zeitdie Nonne Hrotsvith von Gandersheim die erst im I. 925 erfolgteHinrichtung des Jünglings Pelagius als ein christliches Martyriumbesang?) von der sie durch einen der spanischen Botschafter gehörthatte. Schon zu Anfang Juni langte Dndo in Cordova an undgewährte durch sein Kommen Johann, der sich durch die strengeCharakterfestigkeit, mit der er den furchtbarsten Drohungen >Ltandhielt, Hochachtung erworben, endlich die seit fast drei Jahren ersehnteGelegenheit, dem Chalifen — zuerst am 21. Juli — seine Aufträgezu eröffnen. Er fand bei ihm, einem milden, gerechten, duldsamenFürsten, Förderer aller Künste des Friedens, die huldvollste Aufnahme,doch wissen wir nichts Näheres von seinen Erfolgen, und sicherlichblieb das Raubnest der Saracenen in der Provence vorläufig nochungebrochen. Gewis ist nur, daß Johann von seiner Sendung glück-lich heimkehrte und für seine Mühen später durch die Abtei Gorzebelohnt wurde, in der er sich schon unter Eginolds Leitung als einMuster aller mönchischen Tugenden, aber auch nach außen hin alseinen sehr praktischen und thatkräftigen Verwalter des Klostergutes be-währt hatte?)
Von Frankfurt aus besuchte Otto Ende Februar auch das be-nachbarte reiche Kloster Lorsch an der Bergstraße, das damals etwasherabgekommen war, und gab den Mönchen das längere Zeit ent-behrte Recht der freien Abtswahl zurück, wie er ihnen auch gestattete,zu Bensheim einen Markt zu halten?) Auf Bruno, der dem Kloster
0 Vgl. Köpke Hrotsuit v. Gandersh. S. 76—86.
') S. die schöne Charakterschilderung Johanns in der Vitrr loüsrmis Olorx.e. 72—94 und Vita Oaääroas e. 3V (IVIavillon -lots, sauet, saso. V, 498):lolraunes advas Oormensis eosnovii, eolumna in templo clsi — eniusmortem, siout neseio <zuis ait, l?usnos Aemnisse leones moutssizue t'srassilvasgus loquuntur (Vsi-A. Lei. VI, 27—28) — gravi inaeczualitats cor-poris eorreptns leetulo clseudadat^ et, quia erat vir ineuarravilis at>-stinsntias, ariclis eivis, nt soisdat sanus, imkeeilles artns, eogents spiritu,exerueiadat etc. Seinen Tod setzt das Xeerol. Vulcl. mai. und min. (Iloslr-msr Vontes III, 154. 157) in das I. 973, doch ist lodaunss adbas, da seinAbleben in die Fastenzeit fällt, und er hier fast am Ende des Jahres steht, wohlin das I. 974 zu versetzen, womit die Andeutung im Prologe l 88 . IV, 337n. 1 ) und eine Url. Ottos II. vom 22 . Aug. 973 für den vir vita et moridusegregius lovannss (Hist, cle Llet^ III k, 81, 8 t. 602) übereinstimmt. Alsseinen Todestag gibt die Biographie anscheinend den 5. nach dem Beginne derFasten (Aschermittwoch fiel 974 auf den 25. Febr.), dagegen Xeer. Ülaävae.:Xou. Llart. lokannes avvas 6 or 2 ., dgl. I>. ülarias Vutä.: loliannes advas(Iloslimer Vontss III, 358; IV, 451). Wenn der Biograph mit dem initiumsanetae quaNraLes. den Sonntag Jnvocavit (1. Merz)'gcmeint hätte und mandas post quintam sxiuäs äiem betonen dürfte, ließen sich diese Angabenvielleicht vereinigen.
0 Oontin. lisgin. 956: Xvvatia saueti Xaxarii in I.aureslisim eleetioirirestituitur, vgl. die beiden Urk Ottos in dem Otironieon I,anresüam. ( 88 . XXI,390. 391). In der ersten heißt es: avvatiam saneti Xasarii mart. eenoliioI^aureslram appsnäentem, multis ante nos temporidns usgns sä üee nostratempora per varia clispersam stcjus clivisam in unnm reeollsgimus, etsuae sam potsstati, czuam iniusts visa sst amisisss restituimus et vensra-
/