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Kaiser Otto der Große
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Die Ungern vor Augsburg 955.

Die leichten Erfolge des vorangehenden Jahres und die reicheBeute desselben hatte den Magyaren die Lust und den Mut gemacht,ihren Raubzug nach so kurzer Zeit schon zu wiederholen?) In sogewaltiger Menge aber ergossen sich ihre Scharen über das ganzeobere Deutschland bis zur Iller und bis zum Schwarzwalde, wiekeiner der Lebenden sie jemals erblickt hatte. Man schätzte die Zahldieser Reiter auf mindestens 100,000, und es sei nicht möglich, sosollen sie selbst geprahlt haben, sie zu überwinden, wenn nicht dieErde sie verschlänge oder der Himmel sie verschüttete?) Ueberall nachgewohnter Weise mit Feuer und Schwert hausend, verbrannten undberaubten sie unter vielen andern kirchlichen Gebäuden das bairischeKloster Benediktbeuerns und sodann, nachdem sie über den Lech inSchwaben eingefallen, die Kirche der h. Afra bei Augsburg?) DieseStadt, welche durch den Bürgerkrieg schon so schwer gelitten hatte,wurde selbst von ihnen belagert und fand in ihren von Thürmennoch nicht gekrönten niederen Mauern nur einen ungenügenden Schutz.Zum Glücke verlor der Bischof Udalrich mit der starken und tapfernBesatzung den Mut nicht, gestattete aber den Kampflustigen keinmAusfall, sondern beschränkte sich auf die Verteidigung. Der Sturmauf das östliche oder Barfüsterthor, wo man zum Wasser hinabgieng,wurde trotz des heftigen Andrängens der Feinde abgeschlagen, alszur guten Stunde einer der ungrischen Anführer fiel?)

Der Bischof, der zu Rosse in der Stola dem Kampfe beigewohnthatte, ohne Harnisch und Waffen, die seinem Stande nicht ziemten,

*1 liuotAsri V. Ilrun, o. 55: nAAi'nvntkr sst ultra inoäum 6t oinninoiutollsritdililer ouporvirr t'eroeissinms A6iitis llu^rornm, osäustn, oroäovuzisrioris anni 8noess8u.

0 Oontiu LsAin. 955: On^.arii eum t!>»i inA6i>ti in»>tituciiu6 6X6unt66,nt non, iiisi tsrra sis üslimosrst vsl eoolum 608 obrusrst, nd nliguo ssvinoi possö ciiosrent; Osrbaicii V. 8. Ouäulrisi o. 12: tnnta inultitucioIlnArorum erujüt, guantam tune tsmporw vivontium vominnin nemo 86nntsa viäisss in ullrr rvAions zwoiltelmtur; teloäonrcki ann. 9 >5: ilun^urieuin iumsnvis LNsivs 6t inAsnti multituclins Ilnioarinin inAruäiuntur; Xnn.8nn^i>II. mai. 955: tllt 6rr»t nuinsruo illorum IVO inilin liUoruin, nicht vorn:»,steht in der Handschrift); iVIoclus Ottinc. v 57: 6t milivus osntnin ü'i>6u-tou6s inmisesntur (Müllenhoff u. Scherer Denkmäler S. 34); Kaijerchronikv. 15955 ff. (. Maßmann 1t, 45>): vor lisiilsn msni^o üslisnrietüvsntäar inAs^eus, nlits unÜL revsnrie tnssnt M6v6.

Olrronie. HsnsUiLtovur. o. 8, Lrovinriuin Ootsonlvlri 6. 2 (88. IX,218. 222). An letzterem Orte wird die Zerstörung des Klosters fälschlich in dasI. 973 gesetzt, aber auch das vom Herausgeber vermutete I. 954 kann schwer-lich richtig sein.

0 V. 8. Onänlriei o. 12: onm Insurn transosnäermt 6t XIsninnnnunoeeuparst ireeolsviam sanetas Xkras sonsrslnnvit; 6. 13: Xseslsviain antsinvauotas Xttns, l.jUN6 n pn^nnio IÜ6>mt orsinata. Aus Gerhard schöpft Ilsri-manu. XuA. 055 (88. V, 1141, aus diesem dieXnn. ^.ilmunt. 955 (88. IX, 574).

b» Ausführlich berichtet über die Kämpfe um Augsburg Gerhard o. >2,vgl. dazu Brunner Einfälle der Ungern in Deutschland bis zur Schlacht aufdem tzechselde, Augsb. 1855 S. XXVIII ff., wo sagenhafte Ileberlieferungenerwähnt werden, die den Ivebern die Erlegung jenes Anführers (sx snirw äuctnst niit6ess8iou6 maximam pnrrolinncki in illn vorn soniiäentiain liadovant)zuschreiben.