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Kaiser Otto der Große
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Slavische Kämpfe. Einfall der Ungern 955.

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Nach Ostern^) machten die Slaven unter der Führung Wich-manns dafür einen Einfall in das deutsche Gebiet. Unverzüglich warHermann zum Schutze der Seinigen bei der Hand, aber da ererkannte, daß seine wenigen Mannschaften bei weitem der feindlichenUebermacht nicht gewachsen seien, und eine Verstärkung wegen des Bürger-krieges für jetzt unthunlich?)so beschloß er, wo möglich es nicht auf dasAeußerste ankommen zu lassen. Zum größten Misvergnügen seinerLeute, unter denen namentlich der gewaltige Sifrid vergeblich nachKampf dürstete?) befahl er daher der Besatzung der Burg derCocarescemier?) die als vorzüglich fest vielen aus dem bedrohtenGebiete zur Zuflucht gedient hatte, sich durch einen Vertrag mit demFeinde sicher zu stellen. Man kam in der That dahin überein, daßdie Freien mit ihren Weibern und Kindern unbewaffnet auf die Mauersteigen, ihre gesamte Habe dagegen und ihre-Knechte in der Stadtden Feinden preisgegeben sein sollten. Als die Slaven sich beute-lustig in den Ort stürzten, die andern abzogen, erkannte einer derEroberer in der Frau eines Freigelassenen seine eigene frühere Sklavin.Da er sie an sich zu reißen suchte, wehrte ihm der Mann durch einenFaustschlag. Jener rief aus, daß die Sachsen den Vertrag gebrochenhätten, und es entstand ein allgemeines Blutbad, in welchem sämtlicheMänner niedergemetzelt wurden, während die Frauen und Kinderder Gefangenschaft verfielen. Für den Augenblick mußte diese Unthatungerächt bleiben, denn eine viel dringendere Gefahr rief den Königin den Süden seines Reiches.

Es war gegen Ende Juni, als bei Otto in Sachsen Gesandteder Ungern erschienen, friedliche Absichten, Treue und Freundschaftheuchelnd?) doch in der That, um den Ausgang des Bürgerkriegeszu erkunden. Kaum hatte sie Otto mit geringen Geschenken im Frie-den entlassen, da wurde ihm bereits von den Boten seines BrudersHeinrich gemeldet, daß Ungernschwärme kampfbereit die Grenze über-schritten. Sofort rüstete der König, als ob er keine Mühseligkeitenvorher zu ertragen gehabt, zum Aufbruch gegen den neuen Feind.Da aber Sachsen durch einen Wendenaufstand bedroht wurde, konnteer von dort nur wenig Mannschaften mitnehmen, unter ihnen vielleichtden Markgrafen Gero?)

ü Wtäuk. o. 52: post proximum passim, d. h. nach dem 15. April.

2) A. a. O.: sibigus parvas aämoäum belli oopias atkors eivill bslloui-Aento. Diese Worte finden durch den gleichzeitigen Feldzug Ottos nachBaicrn ihre Erklärung und nöthigen daher nicht, an das I. 954 zu denken.

2) VVlclulr. o. 52: et msxims Litriäus gui erat bellator aeerrimus,vorher e. 51: Heiurieus prasses eum t'ratrs 8itriäo, viri eminentes stkortes, clomi militiague optimi.

st Unbekannter Ort, aber sicher auf deutschem Gebiete, etwa in der NäheMagdeburgs, zu suchen, s. v. Heinemann Gero S. >47.

^) ^Viclub. e, 44: tawgusin ob antiguam üciem ao grstiam eumvisitantes.

°) A. a. O.: so guoä sam bellum 8Iavanieum ui'Asrst, vgl. s. 49 mitder Glosse: dtam ipsi bello HInFurieo absrant 8Isvanieo esrtamini reservat!.Die Mitwirkung Geros hat man daraus geschlossen, daß nach s. 45 Thiadrichihn in dieser Zeit zu vertreten scheint.