Versammlung zu Laugenzenu 954.
237
Zu Laugenzenu (westlich von dem späteren Nürnberg) tratenverabredeter Maßen die Häupter der Gegenpartei mit dem KönigeVar gesamtem Volke zusammen. H „Ich würde es ertragen," so un-gefähr sprach Otto vor der Versammlung, „wenn die Erbitterungmeines Sohnes und der übrigen Widersacher es nur auf mich absäheund nicht das ganze christliche Volk in Verwirrung stürzte. Ihnengenügt es nicht, meine Burgen nach Räuberart zu nehmen, die Landemeiner Botmäßigkeit zu entreißen, auch an dem Blute meiner Ver-wandten und meiner theuersten Genossen müssen sie sich sättigen. Sostehe ich verwaist, da ich den eigenen Sohn als schlimmsten Feindertragen muß. Der aber, den ich am meisten geliebt und ausmüßiger Stellung zur höchsten Macht und Ehre emporgehoben habe,hat sich mit meinem einzigen Sohne gegen mich verbunden. Dennochmöchte dies erträglich sein, wenn nicht durch diese Veranlassung dieFeinde Gottes und der Menschen bereingezogen würden. Soebenhaben sie mein Reich verwüstet, das Volk gefangen oder getödtet, dieStädte zerstört, die Kirchen in Brand gesteckt, die Priester gemordet.Noch triefen vom Blute die Gassen, indessen die Feinde Christi be-laden mit dem Golde und Silber, womit ich meinen Sohn undSchwiegersohn beschenkt hatte, in die Heimat zurückkehren. Was nochAergeres an Frevel und Niedertracht geschehen könnte, vermag ichnicht auszudenken." Den Worten seines königlichen Bruders pflichtetesogleich Heinrich eifrig bei und klagte ebenfalls die Gegner an, daßsie die von ihm zweimal besiegten Feinde schmählicher Weise in ihrenSold genommen, um ihnen den Weg zum Unheil zu eröffnen. Jeg-liches Mißgeschick wolle er lieber ertragen, als jemals mit dem Reichs-feinde einen Bund schließen.
Liudolf erwiderte diesen aufreizenden Worten: „Von den gegenmich mit Geld Gedungenen habe ich es erlangt, das gestehe ich, daßsie mich und meine Untergebenen nicht schädigten. Wenn ich hierinschuldig erkannt werde, so möge das ganze Volk doch wissen, daß ichnicht freiwillig, sondern durch äußerste Noth gezwungen also gehandelthabe." Erzbischof Friedrich trat gleichfalls vor die Versammlung mitdem Erbieten, vor welchem Gerichte der König wolle, seine Unschuldzu beweisen, denn niemals habe er etwas Widriges gegen ihn imSchilde geführt und nur aus Furcht vor seinem unverdienten Zornesich zurückgezogen. Otto wies seine dargebotenen Reinignngseide abund erbot von ihm nur die Zusage, durch seine Rathschläge fortan
Konrad durch Brun gefangen genommen werden. In diese Zeit mag auch einevereinzelte und etwas räthsclhafte Angabe Ruotgcrs gehören (V. Lrunonisc. 25:: lloc (apuä) Irsvsriin, voll in ^.lisatio ASlltibus st populis iuuotuit,guanta ooustantig, st sscnritats animi sni inconslantss st tsmsrariosackvsrsarioruin inotus rsckai'Auit. An diesen Orten also scheint Brun Un-ruhen unterdrückt zu haben. Auf Heimsuchungen der Trierer Kirche deutet dieVita NnAnsrici (88. VIII, 208).
') 'Wickulr. III s. 3l. Z2. Das Verhalten des Erzbischofs bestätigt derOontin. Rsgin. 954: kHäsricns stiam sacramsnto ss sxpurAaturus, niliitcontra rsMam ss tickslitatsm kAisss, accsssit; ssck rsx omni xistats plsnusab boc sum sacramsnto absolvit.