Unruhen in Sachsen, Abfall Baierns 953.
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größeren Haß brachte die vergebliche Unterhandlung hervor, und vondem Herzen des Reiches aus, wo sie zuerst ausgebrochen, begann jetztdie Empörung auch in die entfernteren Glieder sich fortzupflanzen.Graf Ekuert, des Königs Vetter, der als Geisel nach Mainz gegebenwar, ließ sich leicht von den Aufrührern gewinnen^): bereits früherzürnte er Otto, der ihm wegen eines unvorsichtigen Gefechtes, in demer sein Auge eingebüßt, obendrein noch Vorwürfe gemacht hatte. InSachsen aber war es, vielleicht vorher schon, den Verschworenen ge-lungen?) ihre Partei zu verstärken und die königliche Macht auch dortzu bedrohen. Als nämlich Truppen zur Ergänzung des Belagerungs-heeres ans Sachsen nach Mainz rücken sollten unter dem BefehleThiedrichs und des jüngeren Wichmann, eines Sohnes des im I. 944verstorbenen älteren Grafen Wichmann?) wurden sie auf fränkischemGebiete von Liudolf und Konrad plötzlich umringt und in eine ver-lassene Burg gedrängt. Diese vermochten die Gegner nicht einzu-nehmen, weil ihr Fahnenträger vor dem Thore durch den Wurf einesRades dm Arm verlor, und bewilligten daher jenen einen Stillstandvon drei Tagen zur Heimkehr nach Sachsen. Thiedrich wurde beidieser Gelegenheit von Liudolf, wiewohl vergeblich, mit großen Ver-sprechungen angelockt, Wichmann dagegen trat auf seine Seite undbegann zunächst unter der Hand die Gemüter gegen seinen OheimHermann aufzuregen, den er einen Räuber seines väterlichen Erbesnannte. Bald verband sich nun sein Bruder Ekbert mit ihm, beidedem Herzog Hermann Feindseligkeiten bereitend. Er aber baute mitkluger Wachsamkeit und Vorsicht einem Ausbruche vor und wußte inder Abwesenheit des Königs jedem Kampfe auszuweichen.
Während in Sachsen der Boden wankte, bereitete sich nochSchlimmeres in Baiern vor. Längst hatte Liudolf sich mit demPfalzgrafen Arnolf, dem Sohne des Herzogs Arnolf in Regensburg,dem in Heinrichs Abwesenheit die Obhut des Landes übertragen wor-den?) in Verbindung gesetzt und ihn durch glänzende Verheißungengeködert. Nicht schwer war es, seinen und seiner Brüder schlummern-den Haß gegen den eingedrungenen Sachsen, der sie der väterlichenErbschaft beraubt hatte?) neu zu erwecken, mochte dieser auch ihrSchwager geworden sein. In Folge dieser geheimen Umtriebe fielenin der Nacht, welche auf die vergeblichen Verhandlungen mit Liudolffolgte, die ihrem alten Herzogshause anhangenden Baiern vom Heere
st IViduü. III e. 19: suasidilidus oorruptus verdis.
2) Ebd. o. 23—25, vgl. o> 29. Der Auseinandersetzung von Waitz überden Zeitpunkt stimme ich' vollständig bei. Thietmar (Ollron. II o. 6) nenntihn vViAmannum matsrterae rsZis ülium.
st Ilsorol. I?uld. mai. 944 (4,eibuitii 88. rar. Lrunsvie. III, 763):IViZman eomss; User. 8. dlieliaelis ImuslrurK. zum 23. April.
st kuotAsr. o. 19: cui (so. Arnold») summa rsrum per idem tsmpusiu Lauvariorum terra oommissa luit; dsriiarcli V. Oudalriei L. 10: eom-msmlata eivitats Kadsspona totague rsZioos diorieorum ^ruullo Palatinoeowiti et eaetsris insupsr suis Ldslidns.
st IViduü. III o. 21: Junior ^.rnulkus oum kratribus . . eo guod . .ipse. . Irouors patrio privatus esset; RuotAsr. c. 19: commsworandoiusupsr odium vetus . .