Lothringische Verhältnisse. Otto in Sachsen.
217
Ein allgemeiner Reichstag wurde nach Fritzlar ausgeschrieben, um dieVerräther zur Verantwortung zu ziehen.
Nachdem Otto hierauf in Westfalen eine Schar von Getreuenum sich gesammelt, kehrte er nach Ostern mit diesen nach Kölnzurück/) um vorläufig die lothringischen Verhältnisse zu ordnen. Einegroße Zahl von vornehmen Lothringern sammelte sich hier um ihn,an ihrer Spitze der ebenso kirchlich fromme als weltkluge und that-kräftige Bischof Adalbero von Metz, wichtig durch seinen großenFamilienanhang, auf den die Widersacher vergeblich ihre Hoffnungengebaut hatten Dieser allgemeine Abfall, von dem nur ein geringerTheil sich ausschloß, erklärt sich nicht bloß durch die königliche Gunstund Gnade, die alle, so zur rechten Zeit übertraten, sich in vollemMaße verdienten, sondern auch aus der Abneigung, mit der dasunruhige, an häufige Umwälzungen gewöhnte Volk jener Lande diekräftig durchgreifende Herrschaft des Franken Konrad bisher ertragenhatte.
Bei Gelegenheit dieser Zusammenkunft gab Otto auf BrunosRath dem Bischöfe Adalbero Auftrag, aus seiner Geistlichkeit zweiMänner auszuwählen, die geeignet seien, in Erwiederung einer bereitsvor drei Jahren eingetroffenen Gesandtschaft die gefahrvolle Sendungan den Chalifen Abderrhaman III nach Cordova zu übernehmen?)Freiwillig erbot sich dazu aus Begier nach der Märtyrerkrone derMönch Johannes von Gorze und trat in Begleitung eines VerdunersErmenhard und eines Diakons Garaman mit 5 Rossen kurz daraufdie gefährliche Reise an.
Von Köln eilte der König nach Sachsen, in seiner BegleitungBischof Balderich von Utrecht, dem er am 21. April zu Quedlinburgeine Schenkung auf Fürbitte seines Zöglings Bruno gewährte, z. Th.von Gütern, die einem Grafen Hatto, dem Sohne Waldgars, durchrichterlichen Spruch entzogen worden, überdies verlieh er ihm auch dasMünzrecht für seine Kirche?) Hiernach hielt er, vielleicht im Mai, aufder Pfalz zu Fritzlar in Hessen die für die schwebenden Streitfragen aus-
') Die Anordnung der nachfolgenden Begebenheiten bleibt z. Th. unsicher.Da jedoch der Oontiu. Usgin. ausdrücklich sagt: Uost pasoüa eoackunatalickslinm suorum multitnckino Ooloniam itsrnm rsckiit, so scheint dieser Be-such zunächst nach der Osterfeier eingesetzt werden zu müssen.
2) V. lolrannis Kormsns. e. 11V (88. IV, 370): Vorts snd ipsos diesTckeldero »oster, saorao msmorias, palatium ackierat. Im I. 953, wohindiese Gesandtschaft gesetzt wird, ist dies das einzige nachweisbare Zusammen-treffen Ottos mit Adalbero. Die Art der Erwähnung Bruns (magno ae Islioipostmockum lnturua usni st clsaori) zeigt deutlich, daß er damals noch nichtErzbischof war.
b) iVIisris Olmrtsrdoslr I, 44 (8t. 222). Otto schenkte intsrvsnisntilmsLrnnonis nostri ckilsetissimi gsrmani st Laicksriei vsnsravilis spiseopinostri prseidns der Kirche in ioeo Ureekt sein Eigenthum in villa Tmnckanebst dem Zolle czuock IValgsro iam olim in bsnsüeinm eonesssimus,Fischerei in TImsrs, Land des Grafen Hatto in I.ona und tsrram guamHatto in Ioeo Vüi üavsrs vickstnr st aci nostrnm rsgals iua inckieiariomors pro sni ipsius eommisso liseata erat, endlich lieentiam in prasseriptoIoeo Hrsolrt nominato monstam laeisncki und zwar zollfrei, vgl. über diese