Druckschrift 
Kaiser Otto der Große
Entstehung
Seite
163
Einzelbild herunterladen
 

Verhandlungen zu Ingelheim 948.

163

niedere Geistlichkeit Den Vorsitz führte der päpstliche Legat, der inseinen einleitenden Worten 2) sich auf die Vollmachten des apostolischenStuhles berief und dadurch eine gemeinsame Erklärung des Gehor-sams veranlaßte.^) Hierauf wurde zuerst über die Sache des KönigsLudwig verhandelt, der sich von Ottos Seite erhob und die Redebegann.

Mit beweglichen Worten klagte dieser den Herzog Hugo an, wieer ihn, den Flüchtling, über das Meer geholt, um ihm unter all-gemeiner Zustimmung die Krone aufzusetzen, wie er ihn dann aberseiner königlichen Rechte beraubt, ihn mit Hinterlist gefangen genom-inen und ein Jahr hindurch in Gewahrsam gehalten, um ihn endlichnur gegen Auslieferung der Feste Laon freizulassen. Seine Unschuldan allem diesem Misgeschicke erklärte sich der König bereit, entwedernach dem Urtheile des Concils und in der von Otto gewollten Weiseoder auch durch einen Zweikampf darzuthun.^) In ihrem erstenCanon beschloß die Synode, daß fortan Niemand die königliche Gewaltangreifen oder sich gegen dieselbe treulos beweisen solle. Hugo wurdemit Excommunication bedroht, wofern er nicht zu gesetzter Frist sichder Synode stelle und Genugthuung leiste.

Hierauf verlas Artold die Klageschrift, die er Agapit übersandt

i) Oontin. liexstn. 948: 8^uoäu8 io InAlsnIie^in n 34 spiseoxis Irnbstur,eui prnssiäsnto illnrino kchseopo . . ineliti rs^es Otto st Ouäoviousakkusi'unt. Die Verzeichnisse der Theilnehmer in den Akten, bei Flodoard unddaraus bei Richer (II e. 69) zahlen nur 32 Bischöfe in der Art, daß die beidenletzteren Reginbrand von Aarhns anslassen und dafür tüefdag von Ripen ver-doppeln. In dein Abdrucke der Ilion, bist. pntr., in welchem Wichard vonBasel fehlt, steht richtiger Fridrich an der Spitze und geht Herold dem BischofRichgowo voraus, (lieber das Bisthum Basel, das nur durch den Sundgaudem deutschen Reiche angehörte, s. Hirsch Heinrich I, 390>. Der Fortsetzcr Re-ginoS scheint Wido von Soissous und Hildegar von Beauvais mitzurechnen,die als Anhänger Hugos an dem Concile thcilnahmen. Waldo von Chur undRothard von Straßburg fehlten.

Richer (II e. 69—82) hat uns angeblich die Reden der Einzelnen anf-bewahrt, die Pcrtz ans ihm wiederholt (OsM. II, (9), allein mit vollem Rechtehat Rcimann (Os lliebsri vitrr st ssriptis p. 18) gerade diese Reden an-gefochtcn und es spricht die größte Wahrscheinlichkeit dafür, daß Richer auchhier nur ans Flodoard schöpft. Die Rede, die er e. 7k Robert von Trier inden Mund legt, und die Antwort des Marinus 0 . 72 stehen geradezu im Wider-spruche mit dem, was die Akten über des letzteren Rede enthalten tp. 2S), sowiemit dem Umstande, daß Flodoard nur von einer Ansprache des Marinus weiß.Heiele iConcilicngesch. IV, 569) benutzt die Nachrichten Richers, obgleich er ihreGlaubwürdigkeit eine bestrittene nennt.

0 7l.sta szuioäi p. 23: Iluiusnioä! proeul äubio nünininis tum sululn-iinissntieo Floriosi ro^ss prask'nti surr, swntikieibus omuigus slsio eon-xrntulnntss, nt cÜAnum knit, so in oinnivuo eouosntirs st obeckirs pro-üsssi sunt.

Vloäonräi nun. 948 (p 396): inäs ss iuxta s^noänls iuäisiuin strsgis Otlionis prnsseptionsnr pur^nrst vo> sertamins siuAuInri äslsuäerot.Es ist bezeichnend für Richers nationalen Standpunkt, daß, während er sich e. 73im übrigen an Flodoard ziemlich genau anschlicßt, er die Erwähnung derSynode und Ottos streicht.

II*