Druckschrift 
Kaiser Otto der Große
Entstehung
Seite
162
Einzelbild herunterladen
 

162 Bischof Marinus. Synode zu Ingelheim.

des Inhaltes, daß ihm das Erzbisthum zurückgegeben werden sollte.Mit Unwillen wiesen die Anwesenden diese erschlichene Entscheidungzurück, die in offenem Widerspruche mit der durch denselben Papstdem Trierer Erzbischose ertheilten Vollmacht stand?) Während Hugosich weigerte, sich dem Urtheilsspruche der Synode zu unterwerfen,wurde ihm bis auf eine allgemeine Kirchenversammlung nochmals dieVerwaltung seines Bisthums aberkannt, nach Rom aber eine Klage-schrift des Erzbischofs Artold gerichtet. Sie veranlaßt Agapit, einenbesonderen Legaten den Bischof Marinus Von Bomarzo, zu diesemBehufe an Otto abzuordnen: ^) eine bemerkenswerthe Thatsache, daseit mehr denn dreißig Jahren (seit Hohen-Altheim im I. !t16) keinpäpstlicher Sendbote auf deutschem Boden eine Synode abgehaltenhatte.

Nachdem an einige fränkische und deutsche Bischöfe noch beson-dere Einladungsschreiben erlassen worden, trat zu Ingelheim, der altenkarolingischen Kaiserpfalz, in der Kirche des heiligen Remigius am7. Juni das Concil zusammen, °) das in üblicher Weise mit Gebet,der Verlesung des Evangeliums und der Canones eröffnet wurde, dieman zum Verständnis der Laien dann in die Volkssprachen übertrug?)Zugegen waren außer den beiden Königen, Otto und Ludwig, noch3234 Bischöfe: der päpstliche Legat Marinus, der Reimscr und diefünf deutschen Erzbischöfe, ferner sämtliche deutsche Bischöfe, aus-genommen die von Straßburg und Chur, aber mit Einschluß desBaselers, dessen Sprengel nur zum Theil dem deutschen Gebiete an-gehörte, und sogar der drei Missionsbischöfe der jütischen Halbinsel,die Suffragane von Reims, überdies viele Aebte und eine zahlreiche

1) Vloäosreli H>8t. Horn. IV o. 34, ^nn. 048 aus ^rtoläi lideilug(II. Rein. IV c:. 35); Rielier. Ilivtormr. II s. 67.

In den Synodalakten (ReZg. II, 24) wird er als Bischof Rslimnr-cisnsis seelemns bezeichnet (ebenso kommt er in Urk. des Abtes Leo vonSubiaco von 042 und 058 als Bischof von Bomarzo und Bibliothekar despäpstlichen Stuhles vor, Giesebrecht Äaiscrzeit I, 870, iVInratori Xnt. It. VI,203), Lei Richer (II e. 68) fälschlich als B von Ostia, bei Flodoard gar nicht.Jener nennt ihn nmAnns negnitntis st pi-nclsntins virnm. Ein mehrfach be-richtigter und vollständigerer Abdruck der Akten aus einer Handschrift zu Aosta,die nur wenig jünger ist (s. Bcthmann in Pcrtz Archiv IX, 628) in den »on.bist, pnlr., Oliart. II, 4042. In s. 5 heißt cs dort prospiioruin tüigsllarssau t'ntigare, in s. 8 gus altari u. s. w.

2) Eine kurze Notiz geben die Xnn. Ililüsdioiin., (jnsälind., VVsissandurg.,

Iminbsrti 048: Liiiocius all RnAileiiüsim eongrs^ntm est, eui blnrinnvIsgntus npostolious pressclit, ausführlicher Oontin. Das in den

Akten bei P^tz (ReM. II, 24) aus Canisius (Xntiqnns Isst. V, 1057)herübergenommene Datum VII lärm Innunrii hätte nach Flodoard tu. 048)und der Handschrift von Aosta verbessert werden sollen. Richer (II e. 61) läßtdie Synode irrig zum l. August berufen werden. Stumpf (Xr. 165. 166) setzt2 Urk. vom II. Juni ans Ingelheim für die elsässische Abtei Senones undfür St. Arnulf zu Metz hiehcr, mit 040 incl. 3 (oder 4> n. r. 13, die letzterepsr vsnsrndiisin IVIoAuntinns oeäis ardnspisaopum Rriänrionin euin vo-Inntats st S 0 II 8 SN 8 N TlänIIieronio blsttsn8i8 poiitiliem (Rouqust ReensilIX, 382).

^) I-sgA. II, 25: lingunrnm elavidnn eorain rseluoiv.