Druckschrift 
Kaiser Otto der Große
Entstehung
Seite
119
Einzelbild herunterladen
 

Westfränkische Wirren. Hugo Erzbischof von Reims 941. 119

Gegen Ende des Jahres nahmen die westfränkischen Hände?)abermals die Aufmerksamkeit des Königs in Anspruch und zogen ihnan den Rhein. Ludwig war es dort zwar gelungen, den GrafenRotgar, dem er sogar die Grafschaft Laon verlieh, ganz auf seineSeite zu bringen, allein seine Gegner setzten es ans einer Synode zuSoissons durch, daß Heriberts Sohn Hugo an Stelle Artolds, der.eidlich auf sein Erzbisthum verzichtet hatte, endgiltig als Erzbischofvon Reims anerkannt wurde. Laon ward von Hugo und Heribertallerdings zu wiederholten Malen vergeblich belagert, Ludwig aber,der zum Entsätze kam, zuriickgeschlagen, so daß sogar Artold seinenFrieden mit den Feinden machte. Daher konnte im folgenden Jahreder Papst dem Erzbischof Hugo das Pallium übersenden. Nur dieBurgunder, zu denen sich bald auch Karl Constantia in Vienne unddie Aquitanier gesellten, hielten zu ihm?) Während er im Südenverweilte, trafen seine Widersacher Hugo und Heribert, Wilhelm vonder Normandie und Arnulf der Alte von Flandern, einer der reichstenFürsten 3) seiner Zeit, zu weiterer Verständigung im Norden zusam-men. Daß gleich darauf Heribert über den Rhein gieng, um dendeutschen König aufzusnchen?) zeigt uns, wie dieser noch immer mitden Gegnern der westfränkischen Krone im Einvernehmen blieb, wennwir auch nicht wissen, ob er alle ihre Schritte billigte.

Otto, der noch am 13. December zu Salz dem kürzlich gewähltenBischof Poppo von Wirzburg, seinem ihm sehr werthen Kanzler, dieGerechtsame seiner Kirche, zumal die Wahlfreiheit bestätigt?) dann die

I?lorloarc!i ann. 941, List. Hem. IV c. 29, Ricirer. Ilistoriar. II c.26; Xnn. 8. tloluinbas 8enon. (88. I, 194, ergänzt durch die Hist. ICrancor.8enon., 88. IX, 366) 939 (vielmehr 942): Iloc anno arma rebeliionisVrancorum proceres contra Iliuriorvicum regem sum . . super ornnss autsmHugo Llagnus.

'9 I'locioarcl. 941: Imciorvicus rex a Xarlo Oonstantino in Viennarecipitur, vgl. ebd. 931 und 933, wonach Vienne sich auch dem König Rudolfschon unterworfen hatte, 'ebenso wie 951 Karl Constantia abermals Ludwighuldigte; oben S. 119 A. 1.

9 Vita 8 Osrarrli llroniensis c. 26 (Lladiilon Xcta sauet, saec. V,270): Ilac igitur tsmpestate Xrnuilus marcsiio üominabatur silanürensiprovinciae, vir valüe opulsntus gnalibet reruin posssssions; VoiguiniDliartnlar. 8itir. p. 143: cpii akttusbat ciivitiis,; Reiatio 8. liicirarii adv.v. 4 (Llaüillon Xcta V, 563): Ingenio valicius, magnis opikus guo^usluitus^ ^rnuilus patriarn posseäit inarcirio nostram; Todtenklage auf HerzogWilhelm (Iliiüiotsi. eie I'sicoie cles elrartes XXXI. 394): Drat gniclam üivesvalcie, plenns Irauü<? ciieebaturgue Xrnullus I?Ianüonensis; Relatio 8.LValarici c. I (Lladiiion a. a. O. p. 557>: XrnuIIuin Vianäreosis rsgionisprincipem ciitissimum.

^) ICIocloarrl. 941: et Ileridsrtus inüs Otlrousm regem trans lllrs-num proüciscitnr (am Schluffe des Jahres).

9 Lion. Iloica XXVIIIa, 177 (8t, 101): nos üagitationidus üilecti acvenerabilis episcopi nostri I'opponis obtsmperautes clsro in loco <zuiIVircidurg noininatur eiusüem viclel. episcopi secle . . liccntiain üawnseligencii inter se guemcumgris voinerint pastoraiis ot'sicii regimen , .sanciinus . . nt nultus suceessorum nostrorum alium eis nisi gueru ipsielegerint, antistitem constituat etc. Sein Vorgänger Bnrchard starb 24. Merz941, s. Xecrol. Vulü. 941PLIersedurg. p. 231, VVeissendurg. (Archiv des histor.