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Vermählung Hugos von Francien mit Hathuvi.
lichen Vassallen wieder zu sammeln versuchte, der lästigen LeitungHugos sich zu entziehen?). Eine Umstellung^ der Parteien war dieFolge: der Herzog von Francien versöhnte sich 937 mit seinem bis-herigen Gegner Heribert, der seine Schwester geheiratet hatte?) wäh-rend der König bald für den Erzbischof Artold zu den Waffen griff,dem Heribert mehrere Besitzungen der Reimser Kirche streitig machte.Indessen suchte Hugo noch andere Bundesgenossen. Jenseit desRheins hatte er oft Rath und Hilfe gefunden; auch jetzt warf er seinAuge auf Otto, der Ende Mai sich in Mainz und Ingelheimaufhielt?) und noch im Laufe des Jahres 937 nahm der Herzog mitseiner Einwilligung Ottos Schwester Hathuvi zur Gemahlin?) Soschien Otto, wenn er auch einer unmittelbaren Einmischung in diefranzösischen Wirren sich enthielt, doch die aufsässigen Vassallen gegendas rechtmäßige Königthum zu begünstigen, vielleicht wegen der An-sprüche, welche noch immer die Karolinger bei gelegener Zeit auf dieRheinlande erneuern mochten.
Während aber der König den empörerischen Lehnsleuten in West-franken die Hand bot, erwachten Zwist und Aufruhr in seinemeigenen Reiche und drohten es gleicher Zerrüttung entgegen zu treiben.Wie er selbst sich vor allem als sächsischen Herrscher ansah, gleichseinem Vater, so fühlten sich durch ihn auch seine Sachsen geehrtvor allen übrigen Stämmen, denen sie den Herrscher gegeben, undsie verschmähten es, andern Herren als dem Könige selbst ihre Lehenzu verdanken?) Dieser echt deutsche Dünkel des bevorzugten Stammes— und wohl war man sich im Ganzen der Stammesgegensätze leb-haft bewußt — mußte vorzüglich denen beschwerlich fallen, die bisherdas Reich gleichsam als das ihrige, sich selbst als das herrschendeVolk angesehen hatten, den Franken. Daher läßt ein späterer Schrift-
!) Viockoaräi arm. 937: I,uckovieu8 rsx, ab Hugonis priusipis ss pro-surations ssparans, rnatrsui suam Oaucluui rssipit. Hugo eum IleribsrtoxasitieLtur; ^nu. 8. l^uiutini Vsroms.uck. 937: Üoe Limo Hugo st Ilori-dsrtus paoiüoati sunt.
9 Flodoard (Hist. Lern. IV e. 28) nennt den Diaconus Hugo, HeribertsSohn, Hugos Neffen, ebenso in den .-tun. 943: Hugo äux sum uspotibussuis llsribsrt! üliis u. 946: Ilngoni; prünüps avunsulo ipsorum u. s. w.
9 Otto urkundet zu Mainz 23. Mai, zu Ingelheim 29. und 30. Mai 937,(8tuwpl 64—66).
9 Eine Urk. vom 14. Scpt. 937 (Lougust IX, 721) gedenkt schon Ha-äuickis ipsius amabilis st sstis ckiligibills uxoris, daher setzt Flodoard u. 938die Heirat zu spät. Unverheiratet kommt sie in einer Urkunde ihres Vaters von935 vor, s- Waitz, Jahrb. Heinrichs I. 118. 169. Vgl. IVickulliuck. I e. 31,RockuII. dlad. Ilistor. I o. 4 (88. VII, 56.) Ganz richtig gedenkt ihrer K.Lothar in einer Urkunde vom 8. Merz 955 als inel^tas soinitissas st umitasnostras llnclviciis, Ilugonis äusis I'rausorum uxoris (Uougust IX, 618).
9 rVicluIttnci. II e. 6: Lsssavtidus autsiu bsllis extsrnis eivilia oririeosperuut, (vgl. Ilrotsvitba v. 168: Osuigus äsvietis aiisnigsuum UsusteiisH exoritur uostris subito ciiseorckia lortis). Xnm 8axonss impsrio rsgioglorios! Insti ckeckignabautur aiüs ssrvirs natiouibus, c^uassturasgus guasdabsrunt uliius nlü, uisi solius regis gratis, badsrs sontsmpssrunt: vgl-über den Sinn dieser Worte Köpke, Widukind von Korvei S. 78. 92. Die Be-vorzugung der Sachsen durch Heinrich meldet Widukind I s. 39 ausdrücklich.