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Die Ermordung des h. Wenceslav.
im Gegensatz zur deutschen sich der nationalen Partei zuneigen, odernach der späteren Legende von persönlichem Ehrgeize getrieben werden;die misvergnügten und ohne Zweifel heidnischen Großen fanden inihm ein Werkzeug, über dessen Natur sie sich freilich täuschten. DieWeihung der Kirche des h. Veit scheint den Plan zur Reife gebrachtzu haben. Zum Feste der Kirchweihe, so berichtet die alte Legende,hielt Wsnceslav einen Umritt durch das Land und am 27. Septemberwar er bei seinem Bruder in Boleslav (Mt-Bu»zlau>. Noch schienzwischen beiden das beste Einvernehmen zu bestehen, eine wohlgemeinteWarnung verschmähte Wenceslav und folgte der Einladung zu einemverrätherischen Gastmahl. Den Verschworenen schien der Mut ent-sunken, d,a beschlossen sie anderen Tags, wenn der Fürst zur Messegehe, die Thal auszuführen. Unter dem Läuten der Kirchenglockenin der Morgenfrühe des 28. September trat Boleslav zu seinemBruder heran und erwiederte dessen Gruß mit einem Schwertschlageauf das Haupt. Dieser fiel ihm in den Arm und warf ihn zu Boden.Da stürzte ein anderer Verschworener Namens Tuzen herbei und ver-wundete ihn in der Hand; noch raffte sich Wenzel auf und entflohzur Kirche, aber an der Pforte ereilten ihn Tschasta, Tyra undGnjewisa und machten mit erneuten Streichen seinem Leben ein Ende?)
Jetzt brach der langverhaltene Grimm der heidnischen Adels- undVolkspartei aus. Die Anhänger des Herzogs wurden vertrieben, ge-tödtet, die Priester ihrer Schenkungen beraubt und hinausgestoßen,selbst die Mutter Drahomir hielt sich nicht sicher nnd entfloh. DieGroßen, die sich jetzt in ihrem alten Wahlrechte doppelt stark fühlten,erhoben den Mörder Boleslav, dessen Strafgerichte alle, die es mitseinem Bruder gehalten hatten, unterschiedslos trafen. Der Kümmerer
Liturgie in Böhmen (Abhandlungen der philos. Gesellschaft in Breslau I. 238);Miklosich, Slavische Bibliothek H, 276. VViäull. II, 7 scheint Boleslavfür einen Heiden gehalten zu haben; seinen Ehrgeiz betont besonders Kumpotä15. 17.
2) Sind gleich die Zahlenangaben der altslavischeu Legende a. a. O.bis auf den Tag unrichtig, 6337 Inü. 2 O/elus 3 28. September, so hat dochBüdinger zur Kritik S. 517. 520 Recht zu sagen kein Datum sei besser be-glaubigt;. denn nach der Legende erfolgte der Mord am Montag nach demSonntage, der zugleich der Tag der hh. Cosmas und Damianus war, d. h. nachdem 24. Sept.: im I. 935 fiel der 28. Scpt. auf einen Montag. AuchOuinpolä o. 10 (88. IV, 221); 6or»olcl. noarol. (88. V, 392); LoomasI, 17 (88. IX, 42) haben 4 Lai. Oet. Es bestätigt sich somit meine inder ersten Bearbeitung nach lViüuK. II, 4 gemachte Combination für das Jahr935, das schon Pubitschka, Geschichte von Böhmen II, 297, später Leutsch, Mark-graf Gero, S. >9 angenommen hatten. Dobner, eommsntar. acl llagseiiokrou. III, 656 stützte sich bei seiner Annahme 936 ans eilie Urkunde vom8. Mai 1351, durch welche eine Seelenmesse für Wenceslav in Olmütz gestiftetwurde, mit dem Bemerken, der Todestag sei läria 4 gewesen: dies kann jenenZeugnissen gegenüber nicht in Betracht kommen. Zugleich hat er die zwischen925 und 939 schwankenden Jahresangaben der Chronisten gesammelt. Palacky,Geschichte von Böhmen I, 208 stimmt ihm bei. Frind, Kirchengeschichte Böhmens
I, 17 ff. entscheidet sich nach Damberger für 935, und behandelt die Hauptsacheganz im Stile der später» beseitigten Legende, lieber Wenceslavs Ende lViäuIc.
II, 3, lodaunis Vita TlUalberti 8, Lrunon. Vita TlUalb. 21 (88. IV, 584. 606),Dbistmai'. II, I.