Druckschrift 
Kaiser Otto der Große
Entstehung
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III,

Auswärtige Verwickelungen. Stiftung des MagdeburgerKlafters. Anfang der innern Wirren in Saiern» Sachsenund Franken. 936938!

Jndeß kamen dem Könige dringendere Mahnungen als zu from-men Werken des Friedens. An den Grenzen des Reichs regten sichdie Feinde. Jeder Herrscherwechsel war für sie eine Herausforderung,und leicht konnte er zur Existenzfrage werden; auch darin zeigte sichdie Unsicherheit der innern Zustände. Die Macht lag bei weitemmehr als in den politischen Formen in den Personen. Noch Heinrichhatte diese erste, schwere Kraftprobe nur mit Mühe bestanden, nochdamals war es ein langjähriger Gewohnheitszustand gewesen, in demmittleren Lande der deutschen Stämme fast nur eine Beute und denTummelplatz der ungebändigten Naturvölker des Ostens zu sehen.Aber eben er hatte diesen Zustand siegreich durchbrochen, aus denAngreifenden waren Angegriffene und Besiegte geworden; es konntenicht überraschen, wenn sie jetzt den Versuch machten, dem Sohnewieder abzugewinnen, was ihnen der Vater entrissen hatte. Wiedie Böhmen und die Elbslaven gemeinsam unterworfen wordenwaren, so erhoben sie sich jetzt gemeinsam, dort, wo schon in denletzten Zeiten Heinrichs der Brudermord Boleslavs das Vorspielgewesen, von dessen Hand Herzog Wenceslav am 28> September 935gefallen war. '

Die Herrschaft des gefeierten czechischen Natiönälheiligen war zuihrer Zeit gewis keine sonderlich volksthümliche gewesen. Nicht allein,weil Böhmen damals sich dem deutschen Reiche auf's Neue hatteunterwerfen und das alte Zeichen der Abhängigkeit, den jährlichenTribut von 500 Mark Silber und 120Ochsen, hatte entrichten müssen;^

LoswÄS II, 8 (N. «. 88. IX, 72) ; lVicinü, I, Z5; Bitdinger, Oester-reichische Geschichte I, 301, 308; im Allgemeinen s. dessen Abhandlung zur Kritikaltböhmischer Geschichte in der Zeitschrift für die österreichischen Gymnasien 1857,501 ff.