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Kaiser Otto der Große
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Bedeutung der KönigSkrönung.

in dem grellen Gegensatz der Ohnmacht der Könige zu diesen Weihe-akten zu verlieren schien.

Seit der lothringischen Krönung Karls des Kahlen 869, dieeinen unglücklich versuchten Anspruch rechtsgiltig machen sollte, waren,abgesehen von sieben Kaiserkrönungen, in den letzten 67 Jahren einund zwanzig Könige gekrönt worden. Acht davon kamen auf Frank-reich, allein viermal hatte sich der kronensüchtige Karl der Kahle weihenlassen, dann sein Sohn, seilte Enkel, deren Gegner Wido, Odo, Robert,zuletzt Rudolf.

In Burgund und Lothringen war es fünfmal geschehen, und jeneMachthaber, die seit Berengar I. um die italienische Krone kämpften,hatten sie sich gewis auf das Haupt setzen lassen. Nur zweimal wares in Deutschland vorgekommen, bei Ludwig dem Kinde und Konrad.Die Hälfte dieser Gekrönten waren Usurpatoren oder Vertreter einesneuen Geschlechts; die Krönung sollte ihr Anrecht, wie ihre Machtstützen, die Art ihres Emporkommens sollte verdeckt, das monarchischeElement gestärkt werden. H Den Königen, deren Stellung durchdas Staatsrecht und Herkommen anerkannt und gesichert war, durchdie Krönung gleich zu werden, war ihre Absicht.

Um so mehr aber geziemte das Weihezeichen Denen, die im recht-mäßigen Besitze der Macht waren; erst hier kam es zu seiner vollenGeltung. Das war Karls des Großen Fall gewesen, es war jetzt,wenn auch nicht in demselben Umfange, der Fall Ottos.

, Die Krönung zu Achen war eine Hinweisung auf Karl den

Großen. In Achen hatte er seinem Sohne Ludwig, dieser dem seinenLothar die Krone auf's Haupt gesetzt. Achen vor Andern war dieKaiserpfalz gewesen, hier im Mittelpunkt des Reichs hatte Karl seinenSitz gehabt, auch seine nächsten Nachfolger hatten häufig hier geweilt.Die Erinnerung daran konnte nicht erloschen sein, die politische Er-innerung aber ist ein bewußtes Fortleben des Vergangenen in derGegenwart, sie ist eine bestiinmende Macht. Es war eine That, wennsich der jugendliche Otto in der Kirche Karls zu Achen dem großenkaiserlichen Vorgänger, als seinem politischen Ahnherrn, gegenüberstellte.Etwas von seinem Geiste mußte er in sich fühlen. Aber es lag auchdie Ansicht darin, die fünf östlichen deutschen Stämme in Verbindungmit den ripuarischen Lothringern seien die eigentliche Macht undGrundlage des Reiches Karls des Großen gewesen und jetzt nachmehr denn einem Jahrhundert sei eine abermalige Sammlung dieserKräfte eingetreten, die sich jener vergleichen müsse.

Darf man aus der Bedeutung, welche der kirchlichen Krönungin der zweiten Hälfte des neunten Jahrhunderts beigelegt wurde, einenSchluß ziehen auf die erste des zehnten, so könnten bei einer Hand-lung, die mit so ungewohnter und gewis nicht absichtsloser Pracht

Oororiatio Xaroli II. 869 (I^egA. II, 514): sock in Iristoriis snoriZlagirnus, raxss c>un.n6o raAna obiinuerunl, 8ir>AuIornrn iSAnornin üiaäs-inaka. sibi imposuei'uw. Uebcr die karolingischen Krönungen s. Waitz, Bcr-fassungsgesch. III, 229 ff.