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Ottos Königswahl 936.
sonnen ehrgeizig erscheint Heinrich, aber auch die fromme Königintrifft nicht allein der Vorwurf übereilter mütterlicher Parteinahme,sondern auf ihr glänzendes Bild fällt der trübe Schatten der Mis-achtung der politischen Weisheit ihres Gemahls und der Verdachtheimlicher Ränke. Nicht leicht scheint sie die Vereitelung ihres Wunschesverschmerzt zu haben?)
So ward denn ohne erhebliche Schwankung das Reich über denschwierigen Wendepunkt glücklich hinweggeleitet, bereits nach vierWochen stand Otto als König an seines Vaters Stelle. Noch einmalergriffen Franken und Sachsen — wenn nicht unter den ersteren etwaalle übrigen oberdeutschen Stämme mitverstanden sind — die ersteEinleitung der wichtigen Handlung; unter ihren politischen FührernHerzogen, Grafen traten die Stämme nach älterem Beispiel vielleicht zuForchheim oder Fritzlar, wo wird nicht gesagt, zu einer Vorvcrhand-lung zusammen und wühlten ihn zum Könige. Sie erhoben dieHände mit dem lauten Zurufe: „Es lebe und gedeihe der Königsiegreich in Ewigkeit!" Darauf bestimmen sie, die allgemeine Wahlsolle in Achen vollzogen werden, und zugleich erheben sic sich, ihmdorthin das Geleit zu geben. Unverkennbar ist die Unterscheidungeines engern und weitern Wahlkreises, und sie ruht wohl nicht alleinauf dem Gegensätze der politischen Geltung von Fürsten und Volk imAllgemeinen, daß zunächst etwa nur jene verhandelt hätten, sondernauf der Betheiligung einzelner Stämme?)
Auch bei Heinrichs Wahl hatten jene, als die übrigen in feind-licher Absonderung beharrten, zuerst und allein entschieden. Entwedertheilten sie in der Erinnerung an diese Vorgänge noch einmal einthatsüchliches Vorrecht, indem der Stamm des ältesten Ansehens, dieFranken, mit den Sachsen, denen das Herrschergeschlecht angehörte,zuerst ihre Stimmen besonders abgaben, oder ihre Führer hatten Ver-anlassung, eine erste rechtsgiltige Entscheidung so rasch als möglichherbeizuführen, um den drohenden Absichten Heinrichs wirksam zubegegnen.
Ivistmar. I, 10: 8sä raeions prucisnti st ickso lasils suaäsnti dassmsrsntis rs^inas animnin panio minus a proposito äselinavit (seil, sum-matum optima pars) lautet eigenthiimlich genug. Vita post. Illadtü. 9 tröstetsie sich als Heilige.
2) Für Wsitzs Vermutung.(Nachrichten a. a- O., vgl. VersassnngSgesch. VI, 135A. 3), Otto sei ohne Weiteres von den Vassallen als König ausgerufen worden,finde ich keinen Grund. Auch Vdistmar II e. 1 unterscheidet einen doppeltenAkt: Omnes rsipudlieas priuoipos ... Ottousm .. . patris sui cissisto ae
pstieions uuo ors in rsgein sibi st äominum sIsAerunt, vlsvatis äsxtrissonelamantss: Vivat st valsat rsx viotor in stsrnum! karitsr-qus suin so aä ^guasAiani proüeiseuntnr. Stur wird inan nicht nach dieserDarstellung des Thietmar, daß es omnes rsipnblieas prinsipes gewesen seien,den Widukind interpretireu können. >