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Kaiser Otto der Große
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Otto oder Heinrich.

Zwiespalt hob ihre Kraft auf; dennoch konnte sie ihrer hohen Bedeutungwegen Gegenstand der stillen Wünsche des Ehrgeizes und des im Ge-heimen arbeitenden Einflusses werden, der immer deutlicher hcrvortrat,je näher die Entscheidung rückte. Es ist nicht unwahrscheinlich, imGegensätze zum älteren Bruder wünschte der jüngere Heinrich die Em-pfehlung des Vaters ans sich zu lenken.

Nach dem Berichte ihres späteren Biographen hätte die Königinselbst in dieser Frage für ihren Lieblingssohn Partei ergriffen, undes unternommen, ihm die Nachfolge zuznwcnden. Allerdings benutztjener das in seiner Weise zur Verherrlichung seiner Heldin, die That-sache aber paßt zur gesamten Entwickelung dieser Dinge und konnteihm wohl bekannt sein. Schon bei Lebzeiten des Königs muß Maht-hilde es versucht haben, diese Absicht geltend zu machend) Daskonnte geschehen, weil sie das Gefühl halte, dem jüngeren Sohnenäher zu stehen, aber auch, weil sie die Hoffnung hegte, neben diesemkünftig einen Theil des Einflusses zu behaupten, den sie bisher be-sessen hatte und bei Otto nicht erwarten durfte. Diese Versuchescheiterten an dem Willen des Königs; doch ist es merkwürdig, daßein vereinzeltes Zeugnis aus dem elften Jahrhundert sich erinnert,bei der ersten königlichen Einsetzung Ottos (das wäre die Versamm-lung zu Erfurt gewesen) habe in Gegenwart des Vaters und derFürsten Heinrich in voreiliger Selbstüberhebung sich den Edlern ge-nannt. 2)

Sein Anspruch auf die Empfehlung zur Nachfolge ruhte auf derGeburt nach der Berufung des Vaters zum Reiche, daß er auf demThrone in der Königshalle geboren sei. Als er sich zwei Jahre späteroffen erhob, wurde dieselbe Ansicht im Rathe seiner Freunde geltendgemacht, die Anklage gegen den Vater, der die Berechtigungen derSöhne.nicht wie billig erwogen, sondern unter dem Drucke der tödt-lichen Krankheit gehandelt habe?) Konnte diese Erwägung angcstelltwerden, als Otto anerkannter König war, so lag sie noch näher indem Augenblick, wo die sicher leitende Hand fehlte und die neue Ge-walt erst in der Bildung begriffen war. Heinrichs Frühreife, die er

fl Vita post. blaiitb. V S. 289: Ossicksravit ipsum regno potiri postobitum ineiiti regis Ilsinriei, si psrmissu ciei voluntas illius posset aüim-xlsri; Hustmar. I, II: Xssorunt nonnuili t.unclbm Iwa sumopers cliu ein-sam luisse, c;uo6 iunior lilius suimet Ileinrieus patris seciem possiclsret:daß er dabei die vita post, nicht allein vor Augen hatte, sondern nochirgend eine andere Ueberlieferung, möchte man nach den folgenden Zeilen glauben.Die Vit. antigp weiß von dieser Bevorzugung nichts.

fl Vit. post. Koclsbarcli 3 (88. XI, !99): In prima regali orckinatiousin prasssntia patris ae prineipum czuasi ioeuiaria iuäignations so nobi-liorsm iaetitans restitit. Auf diese Stelle hat zuerst aufmerksam gemacht Waitz,über die Lebensbeschreibungen der Königin Mathilde, Nachrichten der Universitätund der K. Gesellschaft der ^Wissenschaften zu Göttingen 1852 N. 13 S. 221,und die Heinrich I. S. 178 A. 1 zu den Xnn. Vaiiäsns. nachgetragene merk-würdige Notiz, wo für monarebüs zu lesen scheint monasteriis.

fl Istuckpranä. IV, 18: lisetumne patron, egisss rere, regia tibi inckignitate genito non in eaeism genito proponenäo? Illaus non ciisers-tionis boe eensura ponäsravit, verum passionis magnitnäins aberravit.