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Kaiser Otto der Große
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OktoS Jugendzeit.'

ihm zu erzählen, wie er Lieder siugend auf die BW geritten sei?)Früh ward seine Jugend geübt in der Ültgertnanischen Schule persön-licher Tüchtigkeit, die den Leib zum fügsamen Dienevlieine^ starkenWillens macht, denn als rastloser Jäger und anmutiger Reiter wirder später geschildert. Die beste charakterbildende Schule wird ihmVerkehr mit starken Menschen, der Blick auf große Thaten, die Theil-nahme an denselben gewesen sein. Daß er den Schauplätzen so vielerKämpfe fern geblieben sein sollte, ist kaum denkbar. Müht zeigte erurkräftige, ihrer selbst bewußte, auch' eine heftig verlangende Natur.Das Erste, was man von ihm hört, ist, daß er, fast noch ein Knabe,bereits den Eindrücken der Frauenschönheit zugänglich war. Und be-merkenswerth ist es, der Königssohn fand sie bei dem verachteten,geknechteten Volksstamme der Slaven und entzog sich ihnen nicht.

Denn schon 929, also 17 Jahre alt, hatte er einen unehelichenSohn, der gewis nicht absichtslos den in der Familie nicht üblichenNamen Wilhelm erhielt; feine Mutter war eine Slavin, zwar eineFremde und Gefangene, aber doch von edlem Geschlechtes) Es mußdie Tochter eines Häuptlings gewesen sein, die man von den sieg-reichen Heerfahrten zwischen Elbe und Oder in jenem oder dem vor-angehenden Jahre als Beutetheil heimgebracht hatte. Es sind Ver-nichtungskriege, die hier geführt werden. Sind die streitfähigenMänner im Kampfe oder als nutzlose Gefangene niedergemacht worden,so werden Weiber, unter denen junge Mädchen wohl ausdrücklichgenannt werden, und Kinder mit der fahrenden Habe fortgeführt;sie galten zunächst als Königsgefangene und wurden auch wohl unterdie Mannen vertheilt?) <Lo war es geschehen 928 bei der Eroberungder daleminzischen Feste Ganä. Ob jene Slavin hier gerade zur Ge-fangenen gemacht worden sei, ist nicht erweislich, daß sie zur Königs-Pfalz gebracht wurde, wahrfcheinlich, da edle Gefangene auch sonstdaselbst in Haft zu sein pflegten. In dieser ersten und natürlichstenSchuhe mag Otto den Gebrauch der slavischen Sprache gelernt haben,zugleich aber scheint seine spätere Stimmung begreiflich , wenn er alsKönig davon selten Gebrauch machte?) Diese Frühreife des Sohnesmußte bei dem Vater den Entschluß beschleunigen) ihm sobald als_

^ Tliistmar. IV, 22, dazu die Auffassung Gicsebrechts, beschichte der Kaiser-z t I, 813.

?) VViäuk. III, 74: 6uins rnsitsr liest- psroArinA, uvdili.tarnen Avnersprovrsata; Dvistwar. II, 22: IVillslrelmus äs matrS quamzäs eaptiva stLelavoniea tamsn novili st ex regs preäieto gsnitus.; : Oontiu. Kegia.928: lila tsmpsststs Otton!... natus est Llius IVilliüstiuus; nämlich alsHeinrich den Zug nach Böhmen unternahm, d. i. 929; Waitz, S. 129, 127; dergleichzeitig angesetzte Bischofswechsel in Trier würbe .gar auf 931, sichren; a. a.O. S. 143. Doch gehört dies Verhältnis auch, nach Oont. Rsx. entschiedenfrüher, als die Ehe mit Edgitha, die im Herbst 929..geschlossen wurde. DaßWilhelm indeß schon 928 geboren sein sollte, ist unglaublich, weil Otto daun bereitsim 15. Jahre in eine geschlechtliche Verbindung eingctreten wäre, - .

Wläuk. I, 35. 36, III, 52. lieber die Haft in der Pfalz III, 29; auchauf Tugnmir könnte man verweisen II, 21.

«) -VViänIc. II, 36.