Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
Seite
305
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Meine Mutter, bedenkt, daß wir nicht nur Freunde,sondern beinahe Bruder sind."

Catharina lächelte auf eine seltsame Weise.

Gut!" sagte sie.Gibt es Brüder unter Königen?"

Ol>l was das betrifft, wir waren Beide keineKönige, als wir diese Verbindung schießen; wir solltenes sogar nie seyn, deßhalb liebten wir uns."

Ja, aber die Verhältnisse haben sich zu dieserStunde sehr verändert."

Wie, sehr verändert?"

-.Ja, allerdings, wer sagt Euch, daß Ihr nichtBeide Könige sehn werdet?"

An den. Nervenbeben des Herzogs, an der Roths,die seine S irne übcrgoß, sah Catharina, daß ihr Streichmitten in das Herz getroffen batte."

Er," sagte Alcngon,Heinrich, König? Und vonwelchem Reiche?"

Von einem der herrlichsten der Christenheit, meinSohn."

Ah !" rief Aleichon erbleichend,was sagt Ihr da?"

DaS, was eine gute Mutter ihrem Sohne sage» muß,das, woran Ihr mehr als ein Mal gedacht habt, Franz."

Ich," sprach der Herzog,ich Hab- an nichtsgedacht, das schwöre ich Euch."

Ich will Euch wohl glauben, denn Euer Freund,Euer Bruder Heinrich, wie Ihr'ihn nennt, ist unterseiner scheinbaren Offenherzigkeit' ein sehr gewandter undsehr verschmitztes Herr, der seine Geheimnisse besser be-wahrt, als Ihr die Emsigen, Franz. Hat er Euch zumBeispiel je gesagt, daß Herr von Mouy sein Agent ist?"

Während Catharina diese Worte sprach, tauchte sieihren Blick wie ein Stilelt in die Seele von Franz.

Dieser aber hatte nur eine Tugend, oder vielmehrein Hervorspringendez Laster: die Verstellung. Er er-trug also diesen Blick ganz gelassen.

Von Mouy!" sagte er erstaunt, und als wurdeKönigin LPargot. ll. L»