Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
Seite
289
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Demzufolge schickte sie gegen zehn Uhr Margaretheweg, fest überzeugt, was übrigens auch der Wahrbeitentsprach, die Königin von Navarra wüßte nichts vondem, was gegen ihren Gatten angesponnen wurde, gingzu hem König und bat ihn, sein Schlafengehen noch znverzögern.

Neugierig gemacht durch die triumplürcnde Miene,die trotz ihrer gewöhnlichen Verstcllungögabe das Gellchtseiner Mutter erleuchtete, befragte Karl die Königin Ca-tharina, diese aber antwortete ihm mit den Worten:

,,Jch kann Eurer Majestät nur sagen, daß sic diesenAbend von ihren zwei gransamsten Feinden befreit wer-den wird/'

Karl bewegte die Augbrauen auf die Art einesMenschen, der zn sich selbst spricht: ,,es ist gut, wir wer-den sehen," und pfiff in Erwartung der Dinge, die dakommen sollten, seinem großen Windhunde, der sich'schlan-genartig ans dem Bauche gegen ihn fortschlcppte undseinen gescheiten Kopf auf den Schooß seines Herrn legte.

Nach einigen Minuten, die Catharina mit starrenAugen und gespanntem Ohre zubrachte, hörte man einenSchuß im Hofe des Louvre.

Was bedeutet dieser Lärm?" fragte Karl, die Stirnefaltend, während sich der Hund die Ohren spitzend miteiner ungestümen Bewegung erhob.

Nichts," sprach Catharina,ein Signal, das istdas Ganze."

Und was bedeutet dieses Signal?"

Es bedeutet, Sire, daß von diesem Augenblicke anEuer einziger, Euer wahrer Feind Euch zu schaden außerStandes ist."

Hat man einen Menschen getödtet?" fragte Karlund schaute dabei seine Mutter mit dem Herrscherauge an,welches bezeichnet, daß Tödtung und Gnade zwei Attri-bute der königlichen Gewalt sinv.

Nein, Sire, man hat nur zwei verhaftet."

Königin Margot. II. 19