„Ich, Madame? Ich weiß nicht, was Ihr damitsage» wallt."
„Das Bittet, das Dir Herr von Moich vor einerhalben Stunde hinter dem Schützengarten übergeben hat."
„Ich habt kein Bille!, Euere Majestät täuscht sichsicherlich."
„Du lügst!" rief Catharina. „Gieb das Bittet undich halte das Versprechen, das ich Dir geleistet habe."
„Welches?"
„Ich bereichere Dich."
„Ich habe kein Bittet."
Catharina begann ein Zähneknirschen, das in einemLächeln endigte.
„Giebst Du es mir, so erhältst Du tausend Gold-thaler," sagte sie. >
„Ich habe kein Bittet, Madame."
„Zweitausend Thaler."
„Unmöglich; da ich keines habe, so kann ich Euchauch keines geben."
„Zehntausend Thaler, Orthon."
Ortho», der den Zorn wie eine Flnth vom Herzenauf die Stirne der Königin steigen sah, dachte, das ein-zige Mittel, seinen Herrn zu retten, wäre, das Bittetzu verschlingen. Er .surh mit der Hand an seine Tasche.Catharina errieth se^ne Absicht und hielt ihm die Handzurück.
„Gebe, Kind!" sagte sie . lachend „Du bist treu.Wollen sich die Ugnige einen Diener wählen, so thunsie wohl daran, sich zu versichern, ob er ein ergebenesHerz hat. Ich weiß nun, was ich von Dir zu haltenhabe. Nimm, hier ist meine Börse als erster Lohn.Ueberbringe das Bittet Deinem Herrn und sage ihm.Du seyst von heute an in meinem Dienste. Gehe, Dukannst ohne mich durch die Thüre hinaus, durch die wireingetreten sind, sie öffnet sich von innen."
Nach diesen Worten warf Catharina die Börse demKönigin Margot. II- 18