Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
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Sie ging voraus, Orthon folgte ihr.

Die Königin Mutter stieg einen Stock hinab, schrittdann in den Korridor, wo die Gemächer des Königsund des Herzogs von Aleneon waren, erreichte dieWendeltreppe, stieg noch einen Stock hinab, öffnete eineThüre, welche nach einer kreisförmigen Gallerie führte,zu der Niemand, den König und sie ausgenommen, denSchlüssel hatte, ließ Orthon voraus, trat nach ihm einund zog hinter sich die Thüre zu. Diese Gallerie um-gab wie ein Wall gewisse Abtheilungeu der Wohnung desKönigs und der Königin Mutter. Es wa,r wie derGang in der Engelsburg in Rom und wie der des Pa-lastes Pitii in Florenz ein für den Fall der GefahrVorbehaltcner Ruckzugsort.

Sobald die Thüre zugezogen war, fand sich die Kö-nigin mit dem jungen Menschen in dem dunkeln Gangeeingeschlosscn. Beide machten etwa zwanzig Schritte,Katharina schritt voraus, Orthon folgte Katharina.

Plötzlich wandte sich Katharina um, und Orthonfand auf ihrem Gesichte wieder denselben düstern Aus-druck, den er zehn Minuten vorher wahrgenommenhatte. Ihre runden, denen einer Katze oder eines Pan-thers ähnlichen, Augen schienen in der Dunkelheit Feuerauszuwerfen.

Halt!" sagte sie.

Orthon fühlte seine Schultern von einem Schauerberührt. Eine tödtliche Kälte fiel wie ein Eismantelvon den, Gewölbe herab. Der Boden erschien finster,wie ein Sargdeckel. Der Blick von Katharina war, wennman so sagen darf, spitzig und drang bis in die Brustdes jungen Menschen.

Er drückte sich ganz zitternd an die Wand.

Wo ist das Bittet, das Dn der Königin von Na-varra zuzustellen beauftragt warst?"

Das Bittet?" . . . stammelte Orthon.

Ja, ober in ihrer Abwesenheit hinter den Spiegelstecken solltest?"