Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
Seite
257
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eine Stunde mit einander plaudern. Sic haben sich tau-send Dinge zu sagen, die unserem Gespräch tu die Querekämmen würden. Es ist zwar hart für uns, aber daseinzige Mittel, Herrn Annibat seine pelle Gesundheit wiederzu geben. Thut mir also den Gefallen, meine Königin,da ich einmal so albern bin, diesen abscheulichen Kaps zulieben, wie sein Freund La Mole sagt."

Margarethe flüsterte La Male, der, so sehr er sichauch sehnte, seinen Freund wicdcrzusehen, doch gernedie Zärtlichkeit pon Coconnaö etwas minder anspruchsvollgefunden hätte, einige Worte in das Ohr.

Während dieser Zeit suchte Coconnaö durch alle mög-liche Bethcurungcn ein ungezwungenes Lächeln und ei»sanftes Wort aus die Lippen von Henriette zn bringen,ein Resultat, zu welchem er leicht gelangte.

Die zwei Frauen begaben sich mm in daö Neben-zimmer, wo daö Abcndbrod ihrer harrte.

Das Erste, worüber Coconnaö seinen Freund imEinzelnen fragte, war der unselige Abend, der ihm bei-nahe daö Leben gekostet hätte. Während La Mole inseiner Erzählung vorrnckte, bebte der 'Piemontese, der dochbekanntlich in diesem Punkte nicht leicht zu erschütternwar, an allen Gliedern.

Und warum hast Du Dich," sagte er,statt in dasWeite zu laufen, wie Du es gethan, und mir so großeUnruhe zu bereiten, nicht zu unserem Herrn geflüchtet?Der Herzog, der Dich vertheidigt hatte, würde Dich auchverborgen haben. Ich hätte bei Dir gelebt, und meineTraurigkeit würde, wenn auch geheuchelt, nichtsdestowe-niger die einfälligen Bursche bei Hofe getäuscht haben."

, Zu unserem Herrn?" sprach La Mole leise,zudem Herzog vonAlenpon?"

, Ja, nachdem, was er mir sagte, mußte ich glauben.Du hättest ihm das Leben zu verdanken."

,,Jch verdanke das Leben dem König von Navarra,"erwiedcrte La Mole.

Königin Margot. U. 17 ,