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im Louvre mit den Vorbereitungen für den nächstenMorgen beschäftigt war, öffnete Margarethe ihr Fen-ster und trat auf den Balcon. Aber kaum war siedaselbst, als La Mole eiliger als gewölmlich und olmeden Brief von Margarethe abzuwartcn den steinigenentsandte, der mit der gcwölmlichen Geschicklichkeit zuden Füßen seiner königlichen Geliebten niederfiel.
Margarethe begriff, daß der Brief etwas Beson-deres enthalten mußte, und kehrte in ihr Zimmer zu-rück, um ilm zn lesen.
Das Billet enthielt auf dem Necto der erstenSeite folgende Worte:
„Madame, ich muß den König von Navarra spre-chen, die Sache ist dringend. Ich warte."
lind ans dem zweiten Necto die Worte, die man,die Blätter trennend, vereinzeln konnte:
„Madame und meine Königin, macht, daß ich Eucheinen von den Küssen geben kann, die ich Euch schicke.Ich warte."-'
Margarethe hatte kam» diesen zweiten Tbeil desBriefes gelesen, als sie die Stimme von Heinrichvon Navarra hörte, der mit seiner gewöhnlichen Zu-rückhaltung an die Thüre klopfte und Gillonne fragte,ob er eintrcten könnte.
Die Königin theilte sogleich den Brief, steckte einevon den Seiten in ihren Schnürleib, die andere in ihreTasche, lief an das Fenster, schloß dasselbe, kehrte ingrößter Eile zu der Thüre zurück und rief:
„Tretet ein, Sire."
So stille, so rasch, so geschickt auch Margarethedack Fenster geschlossen hatte, so war die Erschütterungdoch bis zn Heinrich gedrungen, dessen inmitten dieserGesellschaft, welcher er so sehr mißtraute, stets ge-spannten Sinne beinahe die außerordentliche Feinheiterlangt hatten, welche sie bei den in wildem Zustandelebenden Menschen erreichte. Doch der König von Na-varra war keiner von den Tyrannen, die ihre Franen