Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
Seite
232
Einzelbild herunterladen
 

ssr

sich da», was sie als sine Schwäche betrachtete, zumDarwurf, sie, der männliche Geist, der alle Aermlick-keiten der gewöhnlichen Liebe verachtete, Unempfindlichfür die Kleinlichkeiten, welche für zarte Gemüther dassüßeste, daS wünschcnswertbeste Glück bilden, fand sieihren Tag, wenn nickt glücklich anSgesüllt, doch wenig-stens glücklich beschießen, wenn sie, gegen neun llbr ineinem weißen Nachtgewande auf ihrem Balcon erschei-nend, ans den, Quai im Schatten einen Cavalicr er-blickte, der seine Hand an seine Lippen oder an seinHerz drückte. Ein bezeichnendes Husten gewährte sodanndem Liebenden die Erinnerung an die geliebte Stimme,Zuweilen war es auch ein vvn einer kleinen Hand kräftiggeschlendertes Lillet, einen kostbaren Juwel enthaltend,der jedoch noch viel kostbarer war, weil er der Entsen-denden gehört hatte, als des Stoffes wegen, der ihmseinen We-th verlieh, waseinzigc Schritte von dem jungenManne auf dem Pflaster ertönte. Einem Raubvogelähnlich, schoß dann La Mole auf seine Beute, drückte siean seine Brust, antwortete auf demselben Wege undMargarethe verließ den Balcon nicht eher, als bis siein der Nacht den Tritt des Pferdes sich verliere» horte,das beim Kommen mit der größten Eile angetriebenwurde und sich entfernend von einem eben so trägenStoffe zu seyn schien, als der berüchtigte Coloß, derden Untergang vvn Troja herbciführke,

Man höre, warum die Königin über das Schicksalvon La Mole nicht unruhig war, dem sic übrigens ausFurcht, seine Schritte könnten bcspäht werden, hart-näckig jedes andere Rendezvous verweigerte, als diese Zu-sammenkünfte auf spanische Weise, welche seit seinerFlucht dauerten und sich' am Abend von jedem derTage erneuerten, welche in Erwartung des Empfangsder Gesandten vergingen, der, wie man gesehen hat,auf den ausdrücklichen Befehl von Ambroisc Pare umeinige Tage verschoben worden war.

Am Abend vor diesem Empfang, als Jedermann