daß derjenige, welchen Ihr sucht, lebt. Glaubt meinemWorte."
„Ich glaube etwas noch Gewisserem, Madame»Euren schönen Rügen, welche nicht geweint haben," .
CoconnaS meinte einer Phrase nichts beifügen zumuffen, welche den doppelten Vorthcil hatte, daß sieseinen Gedanken und die hohe Meinung ansdrückte, dieer von dem Verdienste von La Mole hegte, und entferntesich, indem er über eine Versöhnung mit Frau vonRevers nachdachte, nicht ihrer Person wegen, sondernum von ihr zu erfahren, was er von Margarethe nichthatte erfahren können.
Große Schmerzen sind anormale Zustände, deren Jochder Geist so schnell abscküttelt, als es ihm möglich ist. DerGedanke, Margarethe zu,verlasse», brach Anfangs dasHerz von La Mole, und er hatte mehr um den Rufder Königin zu retten, als um sein eigenes Leben zubewahren, in die Flucht gewilligt.
Schon am Abend des andern Tages kehrte er nachParis zurück, um Margarethe auf ihrem Balcon zu sehen.Margarethe aber, als ob ihr eine geheime Stimme dieRückkehr des jungen Mannes mitgetheilt hätte, brachteden ganzen Abend an ihrem Fenster zu. Dadurch er-folgte, daß sich Beide mit dem unbeschreiblichen Glückewiedersahen, welches unerlaubte Genüsse begleitet. Mehrnoch: der schwermüthige und romanhafte Geist von LaMole fand einen gewissen Reiz in dieser Widerwärtig-keit, Da jedoch der.wahrhaft verliebte Liebhaber nureinen Augenblick glücklich ist, den, in welchem er siehtoder besitzt, und während der ganzen Zeit der Abwesen-heit leidet, so beschäftigte sich La Mole in glühenderBegierde, Margarethe wiederzusehen» damit, daß erso schnell als möglich das Ercigniß herbcizuführen suchte,das ihm dieselbe wiedergeben sollte, nämlich die Fluchtdes Königs von,Navarra,
Margarethe überließ sich ihrerseits dem Glücke, mitso reiner Ergebenheit geliebt zu seyn. Oft machte sie