Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
Seite
209
Einzelbild herunterladen
 

209

Wir haben ein letztes Wort zu sprechen, Sire.Wir haben dieses Wort Vergessen, und doch ist cs von ei-nigem Belang. Welchen Tag bestimmen wir für die öf-fentliche Versammlung?"

Ah! das ist wahr," sagte der König, stch wiedersetzend, , wir wollen darüber sprechen, meine Mutter. Nun,welchen Tag gefällt es Euch dazu zu bestimmen?"

»Ich glaube," antwortete Katharina, ,,daß in demStillschweigen Euerer Majestät, in dem scheinbaren Ver-gessen etwas tief Berechnetes lag."

Nein; warum dies, meine Mutter?"

Weil, wie es mir scheint, mein Sohn, die Polenuns nicht mit so viel Hitze ihrer Krone nachlaufen sehensollten."

Im Gegenthcil, meine Mutter, sie haben sich beeiltund kommen in forcir.ten Märschen von Warschau hieher.s.Ehre für Ehre. Artigkeit für Artigkeit."

Euere Majestät kann in einer Beziehung Rechthaben, wie lch in einer andern nicht Unrecht habendürfte. Es ist also Eure Meinung, daß die öffentlicheSitzung beschleunigt werden soll?"

Meiner Treue, ja, Mutter; ist es zufällig nicht auchdie Eurige?"

Ihr wißt, daß ich nie eine andere Ansicht habe, alsdiejenige, welche am meisten zu Erhöhung Eueres Ruh-mes beitragen kann; ich sage Euch also, daß ich befürchte,wenn Ihr Euch so sehr beeilt, dürfte man Euch beschuldi-gen, Ihr benütztet sehr schnell die. Gelegenheit, die sich Euchbietet, das Haus Frankreich von de» Lasten zu befreien,die-Euch Euer Bruder auferlegt, Euch aber sicherlich inRuhm und Ergebenheit znrückerstattet."

Meine Mutter," sprach Karl,ich werde meinenBruder bei seiner Abreise aus dem Lande so reich dotiren,daß Niemand es wagen wird, nur zu denken, 'was Ihrbefürchtet, man werde es sagen."

Gut, ich ergebe mich, da Ihr eine so gute AntwortKönigin Margot, tl. 14