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5/8 (1845)
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Es war nicht mehr die leere Befriedigung einerEtigucttc, nicht mehr die peinliche Bollziehnng einerEerc>noute, sondern die Erfüllung einer süßen Pflichtfür diesen Sohn, der, wenn er seine Mutter nicht liebte,doch wenigstens überzeugt war, daß er von ihr zärtlichgeliebt wurde,

Eatharina zog wirklich diesen Sohn vor, sev esnun wegen seiner Tapferkeit, scy es wegen seiner Schön-heit, den» in Katharina war anher der Mutter auchdie Ftan zu fiuden, scy cS endlich, weil, wie einigeScandal-Chrouikcn behaupten, Heinrich von Anjou diefflorentinerin an eine gewisse glückliche Epoche geheimniß-volicr Liebschaften erinnerte,

Cathanna wußte allein von der Rückkehr des Her-zogs von Anjou nach Paris, von der Karl nichts er-fahren hätte, würde ihn nicht der Zufall gerade in demAugenblick vor das Hotel Eondü geführt haben, tuwelchem sein Bruder heraustrat, Karl erwartete ihnerst am andern Tage, und Anjou hoffte ihm die zweiSchritte zu verbergen, die seine Ankunft um einen Tagbeschleunigt hatten, nämlich seinen Besuch bei der schö-nen Marie von Kleve, Prinzessin von Eondö, undseine Besprechung mit de» polnischen Gesandten,

Diesen letzten Schritt, über dessen Zweck Karlnoch ungewiß geblieben war, hatte der Herzog von An-jou seiner Mutter zu erklären, und der Leser, der, wieHeinrich von Navarra, sicherlich in einem Jrrthnm be-fangen war, wird diese Erklärung benützen.

Als der Herzog von Anjou, längst erwartet, beiEatharina eintrat, öffnete Eathariua, sonst so kalt, soabgemessen, Eatharina, weltbe seit der Abreise ihresvielgeliebten Sohnes nur 'Coligny, der am andernTage ermordet werden sollte, mit einer gewissen Be-geisterung umarmt hatte, öffnete Eatharina, sagen wir,dem Kinde ihrer Liebe die Arme und drückte es miteinem.Ergüsse inüiterlicher Zärtlichkeit an die Brust,