Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
Seite
197
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IS7

La Mole,wenn diese Leiter unter meinen Füßen brechensollrc! Madame, habt Ihr nicht heute Euere Liebe fürmich zugestauden?"

Margarethe, der die Freude ihre Farbe wieder wer-'liehen hatte, wurde abermals tootenbleich.

,,Jhr habt Recht," sagte sie,daS ist möglich." ,

Und sic eilte nach der Thüre.

Was wollt Ihr thutt?" rief La Mole.

Mich selbst überzeugen, ob cs wahr ist, daß manEuch nn Corridvr erwartet."

Nie! nie! damit der Zorn auf Euch fällt!"

Was soll man einer Tochter von Frankreich, einerFrau und Prinzessin von Geblüt tkun? Ich bin dop-pelt unverletzlich."

Die Königin sprach diese Worte mit einer solchenWürde, daß La Mole begriff, sie warte nichts under müßte sie machen lassen, wie es ibr gut dünkte.

Margaretbe ließ La Mole unter der Obhut vonGillouue und stellte es seiner Klugheit anheim, je nachdem, was sich ergeben würde, zu fliehen oder ihre Rück-kehr abzuwarten, und ging in den Cvrridor, der durcheine Verzweigung in die Bibliothek, so wie in mehreEmpfangszimmer führte und, wenn man ihm in seinerganzen Länge folgte, nach den Gemächern des Königs,der Königin Mutter und der kleinen geheimen Treppeausmündet«, auf der man zu dem Herzog von Alcnponund zu Heinrich Hinaufstieg. Obgleich dis Glocke kaumerst neun Uhr geschlagen hatte, waren doch alle Lichterausgelöscht und der Corridor, abgesehen von einemschwachen Schimmer, der von einem Seitengange kam,in vollkommene Fiusterniß gehüllt. Die Königin vonNavarra wanderte festen Schrittes vorwärts; als sieaber kann, den dritten Theil des Eorridors erreichthatte, hörte sie ein Flüstern von Stimmen, welche dnrchdie Milbe, dje man sich gab, sie zu dämpfen, einengcheimuißvollen, erschreckenden Ausdruck bekamen. Dochbeinahe in demselben Augenblick hörte das Geräusch