198
Sic reichte das Papier La Male, welcher bleich,unbeweglich wie die Statue des Schreckens, dastand.
La'Mole iaS, das Her; von einer schmerzlichen Ah-nung zusammeugcschnürt, folgende Worte:
„Man erwartet Herrn de La Mole mit langen Degenin dem Corridor, welcher zu dem Herzog von Aten^onführt. Vielleicht würde er lieber zu diesem Fenster hinans-steigcn und sich zu Herrn von Moich in Mames begeben."
„Gi?" fragte La Mole, nachdem er gelesen Halle,„sind diese Degen, von denen die Rede ist, länger als dermeinigc?"
„Stein, aber es sind zehn gegen einen."
„Und wer isi der Freund, der uns dieses Billctschickt?" fragte La Mole.
Margarethe nahm cs noch einmal aus den Händendes jungen Mannes und heftete einen glühenden Blickdarauf.
„Tic Handschrift des Königs von Navarra!" riefsie; „da er warnt so muß die Gefahr wirklich vorhandenfeyn. Flieht, La Mole, flieht! ich bitte Euch darum."
. „Uns wie soll ich fliehen?"
„Durch dieses Fenster! isi denn in dem Billct nichtvon diesem Fenster die Rede?"
„Befehlt, meine Königin, und ich springe aus diesemFenster, und sollte ich tausendmal beim Falle zerschmettertwerden." ^
„Wartet, wartet," sprach Margarethe, ,,es scheintmir, dieser Bindfaden trägt eine Last."
„Wir wollen sehen," sagte La Mole.
Und sie zog n Beide den an der Schnur hängende»Gegenstand an sich und sahen zu ihrer unsäglichen Freutedas Gnoe einer Leiter von Roßhaar und Seide erscheinen.
„Ihr send gerettet!" ries Margarethe.
„Das ist ein Wunder rom Himmel."
„Nein, cs lst eine Wohllhat des Königs von Na-varra."
„Wenn cs im Gegentbcil eine Falle wäre," sprach