181
„Herr de La Mole war nicht bei dem König vonNavarra/'
„Ah! ah!" rief Franz erbleichend.
„Wer war denn dort?" fragte Karl,
„Wir wissen es noch nicht, aber wir werden eserfahren, wenn Maurevel zn sprechen vermag. Lassenwir also diese Angelegenheit, welche sich iii Kurzemanfllären muß, und kommen wir auf Herrn de La Molezurück."
„Nun, Herr de La Mole, was wollt Ihr von ihm,meine Mutter, da er nicht bei dem König von Navarra war?"
„Nein, er war nicht bei dem König, aber er warbei . . . der Königin."
„Bei der Königin!" rief Karl in ein krampfhaftesGelächter ansbrechend.
„Bei der Königin!" murmelte Alcnfvn und wurdeleichenbleich.
„Nein,, nein," sprach Karl. „Guise sagte mir, erhabe die Sänfte von Margarethe begegnet.
„So ist cs/' versetzte Catharina; „sie bat ein Hausin der Stadt." - ,
„Rue Cloche-Percee!" rief der König.
„Ja, ich glaube, Rue Cloche-Pcrcöe," antworteteCatharina. ,
„Oh! oh! das ist zu stark," sagte Alenxon, seineNägel in das Fleisch seiner Brust pressend. „Und dabeihat sie ihn mir empfohlen!" '
„Ah! wenn ich bedenke." versetzte der König plötz-lich innehaltend, „er hat sich also in dieser Nacht gegenuns vcrlhcidigt und mir ein silbernes Gefäß an denKopf geworfen, der Schurke!"
„Oh! ja," wiederholte Franz, „der Schurke!"
„Ihr habt Recht, meine Kinder," sagte Catharina,ohne daß sie sich den Anschein gab, als verstände siedas Gefühl, das jeden von ihren Söhnen zn seinenWorten veranlaßte. „Ihr habt Recht, denn eine ein-zige Indiskretion von diesem Manne kann einen abscheu-