Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
Seite
172
Einzelbild herunterladen
 

172

ihren Zorn abgetreten nnd dafür die lustige Laune ihresSohnes angenommen.

Herr de La Mole," sprach Karl,Herr de LaMole! Man »ins; Heinrich nnd den Herzog von Alenvonrufen, Heinrich, weil dieser junge Mann ein Hngenottwar, den Herzog von Alen^ou, weil er in seinen Dien-sten steht."

Ruft sie, wenn Jbr wollt, mein Sohn; Jbr wer-det nichts erfahren. Heinrich und Franz, befürchte ich,sind enger mit einander verbunden, als man dem An-scheine nach glauben sollte. Sie befragen, heißt stier-dacht bei ihnen erwecken: bester wäre meiner Ansichtnach die langsame nnd sichere Probe von einigen Ta-gen. Wenn Jbr die Schuldigen athmcn laßt, meinSohn, wenn Ihr sie glauben laßt, sie sehen EuererWachsamkeit entgangen, dann werden sic keck, trium-phireud Euch eine bessere Gelegenheit zum Strafenbieten; dann werden wir Alles erfahren."

Karl ging auf nnd ab, seinen Zorn zernagend, wieein Pferd an seinem Gebisse nagt, und mit der krampf-haft zusammengezogcnen Hand sein vom Argwohn ge-martertes Herz ziirückdrängend.

Nein, nein," sagte er endlich,ich werde nichtwarten; Ihr wißt nicht, was warten für einen Mannheißt, der, wie ich, von Gespenstern begleitet wird.Ueberdteß werden diese Jnugfernkuechtealle Tage frecher;haben es denn nicht in dieser Nacht zwei solche Burschegewagt, uns Trost zn bicicn und sich wider uns zuempören? Ist Herr de La Mole nnschnldig, gut, . . .aber cs wäre mir nicht unangenehm, zn erfahren, woHerr de La Mole in dieser Nacht war, während manmeine Leibwachen im Louvre und mich in der RueEloche-Percöe schlug. Man hole mir zuerst den Herzogvon Rlciuzon und dann Heinrich; ich will sie abge-sondert befragen. Ihr könnt bleiben, meine Mutter."

Catharina setzte sich. Einen festen, unbeugsamenGeist, wie sie ihn besaß, konnte jeder Zwischenfall,