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in das Waffencabinet. Hier aber fand sie die Amme de«Königs, welche wachte,
„Mein Sohn?" fragte die Königin.
„Madame, er bat «erboten, vor acht in sein Zim-mer einzutreten, und cS ist noch nicht acht Uhr."
„Dieses Verbot ist nicht für mich, Amme."
..Es ist für Jedermann, Madame."
Calharina lächelte.
„Ja, ich weiß wohl," versetzte die Amme, „ich weiß,daß Niemand hier berechtigt ist, Euerer Majestät einHinderniß cntgegenznstelien: ich flehe also, die Bitte einerarmen Frau zu hören und nicht weiter zu gehen."
„Amme, ich muß meinen Sohn sprechen."
„Madame, ich werde die Thüre nur auf einen aus-drücklichen Befehl Euerer Majestät öffnen."
„Oeffnet, Amme," sprach Cathartna, „ich will cS."
Bei dieser Stimme, welche im Louvre mehr geach-tet und besonders mehr gefürchtet war, als die von Karl,reichte die Amme Catbarina den Schlüssel, aber Eatha-rina bedurfte dessen nicht. Sie zog aus ihrer Tascheeinen Schlüssel, mit dem sie rasch die Thüre ihres Soh-nes öffnete.
Das Zimmer war leer, das Lager von Karl unbe-rührt, und seine zwei Windhunde, welche auf dem vorseinem Bette ausgebrcitetcn Bärenfelle lagen, erhobensich und leckten die ctfenbeincnen Hände von Eatharina.
„Ah!" sprach die Königin die Stirne faltend, „erist weggegangen. Ich werde warten."
lind sie setzte sich, in düstere Gedanken versinkend,an das Fenster, welches nach dem Hofe ging, und vonwo ans man die Hanptpfvrte des Louvre sah.
Unbeweglich, bleich wie eine Marmorstatue, war sieseit zwei Stunden hier, als sie endlich eine in den Louvreznrückkehrende Neitertruppe erblickte, an deren Spitze sieKarl und den König von Navarra erkannte.
Nun begriff sie Alles. Karl hatte seinen Schwager,