„Nehmt an, wir sehen die Wache," sprach derKönig, „und bleibt steken, wenn man cs Euch befielilt."
Dann neigle er sich an das Ohr von Heinrich undflüsterte ihm zu:
„Du sollst den Vulkan Flammen speien sehen."
„Ihr seyd zu acht," sprach der Größere von denzwei Männern, dießmal nicht nur den Arm, sondernauch sein Gesicht zeigend, „aber wäret Ihr auch zuhundert .... gebt Raum und geht Eueres Wegs."
„Ah! ah! der Herzog von Guise," sagte Heinrich.
„Ah! unser Vetter von Lothringen," sprach derKönig. „Ihr gebt Euch endlich zu erkennen; das istein Glück!"
„Der König!" rief der Herzog.
Bei diesen Worten begrub sich die andere Personvöllig in ihren Mantel und blieb unbeweglich, nachdemsie zuvor aus Achtung de» Kopf entblößt hatte.
„Sire," sprach der Herzog von Guise, „ich machtemeiner Schwägerin, Frau von Conde, einen Besuch.
„Ja, und Ihr habt einen von Euer» Ebelleutenmitgenommen. Welchen?"
„Sire," antwortete der Herzog, „Euere Majestätkennt ihn nicht."
„Dann wollen wir seine Bekanntschaft machen,"sprach der König, ging gerade auf die andere Gestalt zu,und hieß einen von den zwei Lackeien durch ein Zeichennäher kommen.
„Um Vergebung, mein. Bruder," sprach der Herzogvon Anjou, seinen Mantel auseinanderschlagend und sichmit schlecht verhehltem Acrger verbeugend,
„Ah! ah! Heinrich, Ihr sehd es! , . . Nein, es istnicht möglich, ich täusche mich. Mein Bruder Anjouhätte Niemand besucht, ohne zuvor bei mir gewesen zusehn. ES ist ihm nicht unbekannt, daß cs für die Prin-zen von Geblüt, welche in die Hauptstadt zurückkehren,nur ein Thor in Paris giebt: das ist die Pforte desLouvre."