Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
Seite
139
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Mit bleicher Stirne, zitternd, der Hugenott könnteentdeckt werden und die Geheimnisse der Verschwörungverrathen, stürzte er nach der Pforte des Louvre. Hiererfuhr er, daß der kirschrothe Mantel wohl erhalten mitdem Ausrufe entkommen war, es werde für Rechnungdes Königs gemordet.

Er hat sich getäuscht," murmelte Alenyon.Esgeschah für Rechnung der Königin Mutter."

Und zu dem Schauplatze des Kampfes znrückkehrend,fand er Catharina, welche wie eine Hyäne unter denTodten umherirrte.

Der junge Mann zog sich auf den Befehl seinerMutter. Ruhe und Gehorsam heuchelnd, zurück, ob-gleich stürmische Gedanken seinen Geist bewegten.

In Verzweiflung, daß sie diesen neuen Versuch ge-scheitert sah, rief Catharina ihren Kapitän der Garden,ließ die Leichname wegbringen, hieß Maurevel, der nurverwundet war, in seine Wohnung schaffen, und befahlden König nicht zu wecken.

Oh!" murmelte sie, den Kopf auf die Brust ge-senkt in ihre Gemächer znrückkehrend, «er ist abermalsentkommen. Die Hand Gottes beschützt diesen Menschen.Er wird regieren! er wird regieren!"

Dann, als sie die Thüre des Zimmers öffnete, fuhrsie mit der Rechten über die Stirne und bildete sich ihrgewöhnliches Lächeln.

Was ist denn vorgefallen?" fragten alle An-wesenden , mit Ausnahme von Frau von Sauve, welchezu sehr erschrocken war, um eine Frage zu thnn.

Nichts," antwortete Catharina, »,nur ein Lärmen."

Oh!" rief plötzlich Frau von Sauve, mit demFinger ans den Gang der Königin deutend,Eure Ma-jestät läßt bei jedem Tritte eine Blutspur ans demTeppich zurück!"