Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
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Verhaftsbefehl; Katharina nahm eS und verbarg es inihrem Busein

In diesem Augenblick hörte Katharina ein leichtesGeräusch hinter sich; sie wandte sich um und sab ander Thüre den Herzog von Alen^on sichen, der, unwill-kührlich von dem Lärmen herbeigezogen, durch dasSchausviel, das er vor Augen hatte, ganz geblendet war/

Ihr hier?" sagte sie.

,,Ja, Madame. Mein G.ott, was geht hier Vor?"fragte der Herzog von Alenpon.

Kehrt in Euer Zimmer zurück, Franz, und Ihrwerdet cs frühe genug erfahren."

Alenoon war nicht so unbekannt mit dem Vorfälle,als Katharina voranssetzte. Bei den ersten Schrittest imKorridor hatte er gehorcht. Als er Männer bei demKönig von Navarra cintreten sah, errieth er, diesen Um-stand mit den Worten von Katharina zusammeustellend,was geschehen sollte, und freute sich, einen so gefähr-lichen Freund durch eine Hand zerstört zu sehen, welchemächtiger war, als die scinige.

Bald erregten die Schüsse, die raschen Tritte einesFlüchtigen seine Aufmerksamkeit, und er sah in demdurch die Oeffnung der TrepVeuthüre erleuchteten Raumeeinen rothen Mantel verschwinden, der ihm zu bekanntwar, als daß er ihn nicht hätte erkennen solle».

Von Mouy!" rief er,von Mouy bei meinemSchwager von Navarra. Nein, das ist unmöglich! Solltecs Herr de La Mole seyn?"

Die Unruhe überwältigte ihn. Er erinnerte sich,daß der junge Mann ihm von Margaretbe selbst em-pfohlen worden war, und ging in der Absicht, sich zuüberzeugen, ob er cs gewesen wäre, den er hatte vor-übereilen sehen, rasch in das Zimmer der zwei jungenLeute: es war leer. Aber in einem Winkel des Zimmersfand er den berühmten kirschrothen' Mantel aufgehängt.Seine Zweifel waren gelöst: er hatte nicht La Mole, son-dern von Mouy erblickt,