einer großen Allee. Hundert Schritte von ihnen hattender Herzog von Gnise und seine Edelleute Halt gemacht.Auf dem L-cheidewege hielten sich die Frauen.
„Sollte man nicht wirklich glauben ," sagte derHerzog von Alengon zu Heinrich, mit dem Augenwinkelden Herzog von Guise bezeichnend, „dieser Mensch mitseiner geharnischten Eskorte wäre der wahre König?lins, arme Prinzen würdigt er nicht einmal einesBlickes."
„Warum sollte er uns besser behandeln, als wirunsere eigenen Verwandten behandeln?" antworteteHeinrich. „Ei! mein Bruder, sind wir, Ihr und ich,nicht wahre Gefangene, Geißeln unserer Partei am Hofevon Frankreich?"
Der Herzog Franz bebte bei diesen Worten undschaute Heinrich an, als wollte er eine umständlichereErklärung Hervorrufen, aber Heinrich war bereits weitergegangen, als dieß sincr Gewohnheit entsprach, undschwieg.
„Was wollt Ihr damit sagen?" fragte Heinrich,sichtbar ärgerlich, daß sein Schwager, nicht fortfährend,ihn diese Erklärungen eröffnen ließ.
„Ich sage, mein Bruder, daß diese so wohlbewaff-ueten Menschen, denen man cs znr Aufgabe gemacht zuhaben scheint, uns nicht aus dem Gesichte zu verlieren,ganz das Ansehen von Wachen haben, welche zwei Per-sonen zu entfliehen verhindern wollen."
„Entfliehen, warum, wie?" fragte Alengon, vor-trefflich das Erstaunen und die Unschuld spielend.
„Ihr habt hier ein vortreffliches Roß, Franz,"sagte Heinrich, seinen Gedanken verfolgend, während erdie Miene anuahm, als veränderte er das Gespräch. „Ichbin überzeugt, cs würde sieben Lieues in einer Stundeund zwanzig von jetzt bis Mittag zurücklegeu. Es istschön' Wetter. Das ladet, bei meinem Worte, ein, dieZügel schießen zu lassen. Seht diesen hübschen Kreuz-