Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
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Eine breite Taffetbinde verbarg, einem Trauersiegelähnlich, eines von den Augen dieses Mannes uns ließnur das andere Auge entblößt. Man kannte zwi chenzwei hervorspringendcn Backenknochen die Biegung einerAdlernase sehen, während ein grauwerdender Bart denunteren Thcil des Gesichtes umgab. Er war in einenlangen, dicken Mantel gekleidet, unter weichem man einganzes Arsenal vermnthen mußte. Ucberdicß trug er.vbgleich dies nicht Gewohnheit der nach Hofe Berufenenwar, ein langes, breites Kriegsschwert mit einem Doppel-kerbe. Eine von seinen Händen war verborgen und trenntesich nicht unter seinem Mantel von dem Hefte eines mäch-tigen Dolches.

Ah! Ihr hier, mein Herr/' sprach die Königin sichsetz ns;Ihr wißt, ich habe Euch nach der San.t Bartho-lomäusnacht, wo Ihr uns so ausgezeichnete Dienste leistetet,versprochen, Euch nicht in Unthätigkeit zu lassen. DieGclegcnbeit zeigt sich, oder vielmehr nein, ich habe sie her-vorgerufen; dankt mir also."

Biadame, ich danke Eurer Majestät untelthänigst,"antwortete der Mann nüt der schwarzen Binde, mit einerzugleich niedrigen und frechen Zurückhaltung.

Eine schöne Gelegenheit, mein Herr, wie Ihr nichtzwei im Leben finden werdet, benützt sie also."

Ich warte, Madame, nur befürchte ich nach demEingänge..."

Der Auftrag könnte gewaltsamer Natur sehn? DerAuftrag, von dem ich spreche, ist ein solcher, nach demdiejenigen lüstern sind, welche vorznrücken wünschen; einAuftrag, um den Euch die Tavanncs und sogar die Auisebeneiden würden."

Ah, Madame," vers.tztc der Mann,glaubt mir,was cs auch sehn mag, ich bin zu den Diensten EurerMajestät."

Dann lest!"

Und sie reichte ihm das Pergament.

Der Mann durchlief dasselbe und erbleichte.